Berger-Deponie: Ständiges Ansteigen des Grundwassers

Einstellung der Räumung des Untergrundes bleibt weiter aufrecht

St.Pölten (NLK) - Der Untergrund der Berger-Deponie in
Weikersdorf bei Wiener Neustadt kann bis auf weiteres nicht geräumt werden. Das Grundwasser ist seit der letzten Messung weiter angestiegen. Die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt muß also die geplante Räumung des Untergrundes unterhalb der Berger-Deponie weiterhin aufschieben, bis die Grundwassersituation einen Abbau der kontaminierten Schichten erlaubt.

Zur Erinnerung: Unter der Berger-Deponie befindet sich annähernd reines Schottermaterial. In zwei bis vier Meter Tiefe unterhalb der Sohle liegen jedoch Schichten von lehmigen Materialien, in welchen auch Schotter eingelagert ist. Diese lehmigen Schichten sind kontaminiert und müssen schon wegen des Räumungsbescheides und auch zur endgültigen Sanierung des Grundwassers entfernt werden. Zuerst muß der reine Schotterkörper abgebaggert und zwischengelagert werden, dann wird der Zwischenstauer entfernt. Schließlich soll unbedenkliches reines Schottermaterial bis zwei Meter über dem höchsten Grundwasserspiegel eingelagert und die weitere Deponie rekultiviert werden. Bei diesen Arbeiten sind die entstehenden Böschungen abzusichern und die Grundwasserbelastungen, die durch die Grabungen entstehen, durch das Abpumpen so weit als möglich zu beherrschen.

Derzeit steht im beabsichtigten Räumungsbereich der Berger-Deponie das Grundwasser rund einen bis eineinhalb Meter hoch. Eigene, trockene Arbeitsflächen müßten für die Geräte und die Lkw geschaffen werden. Die Grabgeräte wären aber immer wieder durch Abrutschen bedroht, der Erfolg durch schlechte Sicht gefährdet. Ein Abpumpen der verunreinigten Wässer ist derzeit unmöglich, weil das Naß immer wieder nachkommt. "Mit aller Gewalt" die Untergrundarbeiten durchzuführen, wäre technisch möglich; die Kosten würden aber weit über die geplanten 200 Millionen Schilling hinausgehen. In einigen Monaten ist ohnedies wieder ein Rückgang des Grundwassers zu erwarten, sodaß der Kostenaufwand in keiner Relation zum Nutzen steht. Daher hat sich die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt als Exekutionsbehörde für die Einstellung der Bauarbeiten entschieden, noch bevor die Abgrabungen angefangen haben.

Die Verunreinigungen haben sich bisher wegen der abgeschlossenen Räumung der Berger-Deponie deutlich verringert. Der höhere Grundwasserstand führt jetzt zu einer stärkeren Verdünnung der Grundwasserbelastungen, begünstigt auch die Auswaschung und die Zersetzung, weil die derzeitigen Belastungen vorwiegend organischer Natur sind und nach einiger Zeit abbauen. Der Abbau wird aber, wie Untersuchungen gezeigt haben, bei der lehmigen Zwischenstauerschichte um ein Vielfaches verlängert, weil die Belastungen "festsitzen". Das heißt wiederum: Die einfache Lösung des Belassens, Zuwartens und Beobachtens des Untergrundes scheidet aus.

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