VP-Strobl: Leistungsprinzip auch für die Schulen einführen

GR STROBL und GR SALCHER präsentieren Zukunftsanforderungen für die Schule

Wien (ÖVP-Klub) 4 Provokationen zum Schulanfang stellten heute VP-Bildungssprecher, GR Walter STROBL und Mamagementtrainer GR Dr. Andreas SALCHER vor. Kernpunkt der Forderungen waren die Einführung des Leistungsprinzips auch für Schulen, die Abschaffung des staatlichen Bildungsmonopols, die Weiterentwicklung von Autonomie-Ansätzen und die wissenschaftliche Evaluation von pädagogischen Maßnahmen. "Nur unter diesen Voraussetzungen kann die Qualität des österreichischen Schulwesens erhalten bleiben", gaben sich die beiden VP-Gemeinderäte überzeugt.***

Die Hauptforderungen im Detail:

1. Staatliches Bildungsmonopol abschaffen
Notwendig ist eine Professionalisierung des Problemlösungsangebotes durch Outsourcing (Schule als Beratungszentrum aber nicht als Therapiestätte für alle Probleme)
Schule braucht eine Struktur und Verwaltungsreform. Landesschulräte sollen in die Verantwortung eines Mitglieds der Landesregierung übergeführt werden.
Zurücknahme des staatlichen Schulmonopols, neue Finanzierungsmodelle, mehr Raum für Privatschulen

2. Leistungsprinzip auch für die Schulen einführen
Abkehr vom Wartelisten-System für Junglehrer, stattdessen: Einführung des Auswahlprinzips (derzeit sind rund 1000 AHS-Lehrer auf Jobsuche) Umsetzung des Subsidiaritätsprinzips. Ausbau der Schulen zu einem Päd. Markt im Sinne einer Angebotsvielfalt
Der Staat gibt sein unumschränktes Bildungsmonopol tw. ab und beschränkt sich
Auf die Vorgabe von Bildungsstandards und deren Kontrolle
Auf die Reglementierung von Abschlüssen und Berechtigungen
Auf eine Qualitätssicherung und Professionalisierung der Lehrerausbildung
Auf eine subsidiäre Schulentwicklung im Sinne regionaler Schulentwicklungspläne, um Schwerpunktschulen und Spezialschulen als Angebot sicher zu stellen.
Ausbau der Bürgergesellschaft, im Sinne eines ehrenamtlichen unentgeltlichen Engagements.

3. Autonomie und Schulpartnerschaft weiterentwickeln Deregulierungsmaßnahmen im SCHUG
Einsatz von Lehrbeauftragten auch ohne Lehramtsprüfung (Einsatz von ehemaligen Managern, Künstlern, etc.; vergleichbar mit dem Lektorenprinzip auf den Universitäten)
Contracting und Commitment (Schüler und Eltern vereinbaren genaue Spielregeln in einer Schul- bzw. Klassenordnung)
Finanzautonomie
Alle Schüler erhalten Bildungsgutscheine, die den Wert und die Kosten des Schulbesuchs repräsentieren
Schulen werden weitgehend privatisiert und durch ehrenamtliche Aufsichtsräte geführt
Päd. Autonomie
Schulen setzen selbständig Bildungsschwerpunkte im Rahmen einer vorgegebenen Stundentafel. Schule löst Probleme und Konflikte weitgehend selbständig als 1. Instanz.
Schule entwickelt sich zu einem Beratungszentrum und gibt spezielle Zusatzangebote an professionelle Anbieter ab bzw. kooperiert mit Institutionen und Vereinen
Personelle Autonomie
Direktoren werden vom Aufsichtsrat jeweils auf 5 Jahre bestellt mit der Möglichkeit der Verlängerung. Lehreranstellungen werden ebenfalls vom Aufsichtsrat in Absprache mit der Direktion vorgenommen. As Dienstrecht der Lehrer bleibt erhalten. Statt der Pragmatisierung soll ein erhöhter Kündigungsschutz Sicherheit vor Lobbyismus geben. Bürokratisches Klassenvorstandsprinzip durch Coaching-System ersetzen

4. Förderung der pädagogischen Weiterentwicklung der Schule und gesicherte wissenschaftliche Evaluation
Innovatives Lehrerengagement und Schulversuche sollen gefördert werden. Gleichzeitig sind alle Schulversuche zeitlich zu begrenzen Ressourcen für die Evaluation nutzen und sicherstellen (z.B. Tatsachenforschung an den Pädagogischen Akademien)

"Der Begriff des Qualitätsmanagements muß den Schulen deutlicher gemacht werden", merkte STROBL einmal mehr an. Neues, betriebswirtschaftliches Denken für den Non-profit-Bereich sei hier gefragt. Eine sinnvolle Umsetzung sei aber natürlich nur bei einem freieren Schulmarkt möglich.
Die Bemühungen stärkeren Wert auf die Persönlichkeitsbildung zu legen müssten fortgesetzt werden. "Der Grundstein zu wichtigen Fähigkeiten wie Kommunikation, Rhetorik, Teamgeist, Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit liegt in der Schule", ergänzt GR Andreas SALCHER, im Zivilberuf internationaler Managementtrainer. "Es wäre nicht immer notwendig sich diese Fähigkeiten erst im Berufsalltag mühsam auf Seminaren beibringen lassen zu müssen." Eine ausgewogene Förderung der intellektuellen und emotional-sozialen Fähigkeiten von Kindern (rechte und linke Gehirnhälfte) würde ein wichtige Basis schon in jungen Jahren schaffen. Auch die Begriffe Zeitmanagement, Mindmapping, Selbstmanagement (positives Denken) und Informationsmanagement (Umgang mit und Nutzung von neuen Medien) fallen in diesen Bereich. Gängige Arbeitstechniken unserer Zeit würden am leichtesten in jugendlichem Alter erlernt.

Als Schlüsselbegriffe unserer Zeit nannten beide VP-Politiker die Mobilität und Internationalität zu sehen. "Die Vorteile der EU-weiten Anrechenbarkeit gezielter Austauschprogramme von Schülern und Lehrern sind verstärkt zu nutzen." Auch wäre ein zielführender und wohlüberlegter Austausch von Schülern und Lehrern mit der Wirtschaft sehr sinnvoll. In Skandinavien gäbe es hervorragende Modelle, die in diese Richtung gehen. Dort wird von Lehrern sogar ein Praxisjahr in der freien Wirtschaft im Rahmen ihrer pädagogischen Ausbildung verlangt.***

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