Euro schon bald zwischenstaatliche Währung der Reformstaaten?

Ferrero-Waldner im "Club Euro": MOEL orientieren sich durch regen Außenhandel mit der EU immer mehr am Euro

Wien (PWK) - "Derzeit erscheint für die Mehrzahl der mittel- und osteuropäischen Länder (MOEL) ein rasches Wirtschaftswachstum wichtiger als Wechselkursstabilität. Es ist aber zu erwarten, dass der Euro zumindest in Europa rasch zu einer Art 'Vermittlungswährung' avanciert, in der auch der Zahlungsverkehr zwischen Nicht-Euro-Staaten abgewickelt wird", erklärte Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner Dienstag Abend beim "Club Euro" in der Wirtschaftskammer Österreich. Da der Anteil der Europäischen Union am Außenhandel der MOEL durchwegs zwischen 50 und 60 Prozent liegt, orientierte man sich in diesen Ländern bereits seit langem an westeuropäischen Währungen. ****

Auch wenn die Maastricht-Kriterien nicht Bedingung für einen EU-Beitritt seien, wäre es dennoch sinnvoll, im Rahmen der Beitrittspartnerschaften auch eine währungspolitische Zusammenarbeit mit den Kandidaten vorzusehen, meinte Ferrero-Waldner. "Auf jeden Fall wird es für eine optimale zukünftige Entwicklung der Wirtschaften der MOEL notwendig sein, sich bereits jetzt mit den charakteristischen Bedingungen der Währungsunion vertraut zu machen. Diese bilden die Grundlage für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Zusammenhang mit einem künftigen EU-Beitritt."

Derzeit liegen noch keine ausgearbeiteten Programme zur Angliederung der Währungen an den Euro vor, berichtete Ferrero-Waldner. "Fachleute gehen aber trotzdem davon aus, dass unter Voraussetzung stabiler und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zwei bis drei Jahre nach dem EU-Beitritt einige der mittel- und osteuropäischen Länder dem gemeinsamen europäischen Währungsraum beitreten können."

Im Moment wird mit einer Gruppe von Reformstaaten in Mittel- und Osteuropa sowie mit Zypern aktiv um die konkreten Bedingungen und den genauen Zeitpunkt des Beitritts zur EU-Gemeinschaft verhandelt. Die anfängliche Hochstimmung nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" ist längst einer Skepsis über die Folgen einer Aufnahme dieser Länder in die EU gewichen. Die öffentliche Diskussion in Österreich verlaufe nach Ansicht der Staatssekretärin unbefriedigend. Dies insofern, "als zunehmend mögliche negative Auswirkungen der EU-Erweiterung auf einzelnen Gebieten in den Vordergrund treten und die zweifellos gegebenen Vorteile und Chancen viel weniger herausgestellt werden", so Ferrero-Waldner.

Selbstverständlich müssen berechtigte Interessen der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft weiterhin konsequent vertreten und zB für den Arbeitsmarkt geeignete Übergangslösungen mit den Beitrittswerbern ausgehandelt werden. Die Belastungen insbesondere für unsere Grenzregionen müssten möglichst gering gehalten werden.

Es treten in der Erweiterungsdiskussion jedoch auch Argumente auf, die die Realität stark verzerrt wiedergeben und einfach unrichtig seien, merkte Ferrero-Waldner an. "So muss in die Diskussion auf jeden Fall einbezogen werden, dass wir heuer erstmals wieder einen Rückgang an Arbeitslosen haben." Auch das Problem eines eventuellen Arbeitskräftemangels dürfe nicht aus den Augen gelassen werden, da man damit rechne, dass ab dem Jahr 2010 zuwenig gering qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sein werden. "Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden wir Arbeitskräfte aus den Nachbarländern gut brauchen können", betonte Ferrero-Waldner.

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