Umweltmusterstadt Wien: Thema des Handbuchs der Stadt Wien

Wien, (OTS) Die Entwicklung des Umweltschutzes in Wien am Beispiel Luftreinhaltung ist einer der Beiträge, die unter dem Titel "Umweltmusterstadt Wien" im Handbuch der Stadt Wien 1999 aufscheinen. Das Handbuch ist um 588 ATS beim Verlag Jugend und
Volk und im Buchhandel erhältlich.****

Der Leiter der für Umweltschutz zuständigen MA 22, SR DI Helmut Löffler, geht zum Thema Luftreinhaltung ins Wien des Jahres 1705 zurück, als Wiens Luft als "entweder gifftig oder windig" beschrieben wurde. Seit den 60er Jahren unseres Jahrhunderts gibt
es in Wien automatische kontinuierliche Schwefeldioxid-Messgeräte, die (gemeinsam mit anderen Messungen) Wiens Luftqualität überwachen. Und 1973 - im Jahr vor der Installierung eines Umweltministeriums in Österreich - wurde die MA 22-Umweltschutz geschaffen, die von Beginn an Wert auf allgemein verständliche Luftgüte-Informationen für die Bevölkerung legte.

Deutliche Erfolge bei der Verringerung der Schwefeldioxid- Belastung

Die Messreihen der letzten Jahrzehnte zeigen Wiens Erfolge
bei der Verringerung der Schwefeldioxid-Belastung. Die winterliche Schwefeldioxidbelastung in den 70er Jahren erreichte für heutige Verhältnisse nahezu unglaublich hohe Werte von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter und ist heute auf ein Zehntel des damaligen Werts gefallen. Allein die Wiener Stadtwerke - E-Werke (WIENSTROM) haben ihre SO2-Emissionen von mehr als 26.000 Tonnen im Jahr 1980 auf weniger als tausend Tonnen im Jahr 1997 gesenkt.

Bei tiefen Temperaturen können die SO2-Belastungen allerdings auch heute noch stark ansteigen, was nach Meinung der Umweltschutzabteilung einen Hinweis darauf liefert, dass es weiterhin durch den Hausbrand verursachte Schadstoffbelastungen gibt.

Der Bericht über Umweltschutz in Wien erinnert auch an wissenschaftliche Grundlagenarbeiten der MA 22 wie den Emissionskataster für Schwefeldioxid - der mit ausschlaggebend für die Verringerung der Schwefeldioxidemissionen war - und an Maßnahmen wie die Verringerung der Schadstoffemissionen aus den Abfallverbrennungsanlagen oder Entstickungsanlagen für die Kraftwerke.

Die umfassenden Wiener Maßnahmen auf dem Sektor Umweltschutz haben nicht allein die Umweltsituation in Wien erheblich
verbessert, sondern, wie es in dem Bericht für das Handbuch der Stadt Wien heißt, auch dazu geführt, dass sich die Industrie, die sich im Raum Wien mit Umweltschutztechnologien befasst hatte,
einen erheblichen Know-How-Vorsprung erarbeitet hat- und dementsprechend ihr Wissen auch international vermarkten konnte.

Die Herausforderung heute seien die Schadstoffe aus dem Verkehr, wird weiter berichtet. Zwar sei durch die Einführung der Kat-Autos die Belastung durch NOx - die Summe von
Stickstoffmonoxid NO und dem sich schließlich daraus bildenden Stickstoffdioxid NO2 - zurückgegangen, die Belastung durch den zweitgenannten Stoff, das toxisch wirksame NO2, habe sich aber
nicht wesentlich verändert. Hier dürfte es erst 2010 wirkliche Verringerungen geben, wenn - wie in einem EU-Programm, dem Auto-Oil-Programm, vorgesehen - die Stickoxid-Emissionen auch bei LKWs und Bussen um 90 Prozent reduziert werden. Ein Hindernis für eine raschere Reduktion ist die dafür nötige Verbesserung des Dieseltreibstoffs, wie sie in Schweden und Japan schon erfolgt
ist. Bei der Ozonbelastung - Ozon ist der Luftschadstoff mit dem derzeit größten Schädigungspotential für Gesundheit und Vegetation - glaubt die EU, durch das Auto-Oil-Programm ebenfalls bis 2010
die Ozonbelastung so weit zu reduzieren, dass keine Überschreitungen bei Gesundheitsgrenzwerten mehr auftreten.

Das Handbuch der Stadt Wien 1999 enthält in seinem
Serviceteil außerdem u.a. einen von der Wiener Umweltanwältin Dr. Karin Büchl-Krammerstätter verfassten Artikel über Einrichtungen zum Schutz der Umwelt, in dem sie u.a. über die Tätigkeit der Wiener Umweltanwaltschaft und des Rats der Sachverständigen für Umweltschutz berichtet.
Weitere Umwelt-Berichte befassen sich mit "Wien Umweltmusterstadt
- auch in Sachen Luftgüte", wobei der Mitarbeiter der MA 22 Wolfgang Gatschnegg über das Luftmessnetz schreibt. Lärm- und Schallschutz in Wien, ebenfalls von Gatschnegg, befasst sich mit
dem Wiener Strassenverkehrslärmimmissionskataster: mit Computerunterstützung wird die Lärmbelastung an Wiens Straßen- und Schienenstrecken erhoben. Ein Detail: die Lärmbelastung in Wien sinkt, wie Erhebungen zeigen, seit 1976 kontinuierlich; allerdings ist die Gruppe der besonders stark unter Lärm leidenden Menschen überproportional gewachsen. Die Gründe dafür wurden 1998 in einer speziellen Befragung in sechs ausgewählten Stadtgebieten erhoben und ein Konzept mit möglichen Maßnahmen zur Lärmreduktion ausgearbeitet. Die einzelnen Maßnahmen sollen im Agenda 21-Gebiet im 9. Bezirk gemeinsam mit Bevölkerung und BezirkspolitikerInnen umgesetzt werden.

Weitere Umwelt-Beiträge im Handbuch beschreiben das Biotopmonitoring (Autor Wolfgang Gatschnegg), den Bereich der Gewässer (Autorin Dr.Ulrike Goldschmid), den Weg zur Klimaschutz-Musterstadt (Autor Wolfgang Gatschnegg), das Thema Energie (Autor Mag. Dominik Schreiber von der Wiener Umweltanwaltschaft WUA), die Energieeffizienzsteigerungen in der Wiener Stadtverwaltung (geschrieben von Christine Fohler-Norek von der WUA und Hannes Blasovsky), das Projekt Umweltmanagement in Amtshäusern der Stadt Wien PUMA (Autorin Christine Fohler-Norek), den Ökobusinessplan Wien:Mehr Gewinn durch Umweltschutz (Autor Wolfgang Gatschnegg)
und die Umweltschutzkooperationen Wiens mit dem Wiener Umland
(Autor OAR Regierungsrat Hans Henesch). (Schluss) hrs

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