"Mindestlebensstandard für alle Menschen absichern"

GLOBArt Academy versucht Neudefinition von "Arbeit"

Horn/Wien (OTS) - Unter dem Leitthema "Arbeit - Neudefinition
eines Begriffs. Pragmatische Visionen ersetzen Utopien" stand die diesjährige GLOBArt Academy von 2. bis 5. September im Stift Geras (Waldviertel), auf der prominente Teilnehmer aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft referierten.

Der Zukunfsforscher und Berater von OECD und der schwedischen Regierung, Prof. DDr. Ake Andersson, sieht in der postmateriellen Gesellschaft eine völlige Neuorientierung zum Begriff der Arbeit als unausweichlich und konstatiert einen weltweiten Wertewandel.

Der Humanwissenschafter, Berufsbildungsforscher und Dozent an der Uni Wien, Dr. Erich Ribolits, sprach von der "Notwendigkeit der Gleichwertigkeit von Muße und Arbeit in der postmodernen Gesellschaft".

Die Generalsekretärin des österreichischen PEN-Clubs, Dr. Christiane Thurn, der Berater für technische Entwicklungen, Günther Haug sowie der Sozialpsychologe und Kommunikationswissenschafter Prof. DDr. Reginald Földy zeichneten das Bild einer völlig veränderten Arbeitswelt, in der durch den Einsatz der schon vorhandenen technischen Mittel die Entwicklung eines Mindestlebensstandards für alle Menschen der Erde abgesichert werden könnte.

Einig waren sich alle Teilnehmer der Academy, dass eine Neuorientierung zur Ethik Vorbedingung jeglicher Entwicklung sein werde. Dazu sollte dem "Humanen" gleich viel Bedeutung zukommen wie der Friedensförderung.

Das Statement der GLOBArt Academy 1999 zur Neudefinition des Begriffes "Arbeit" wird der Öffentlichkeit, den Regierungsstellen und den Vereinten Nationen bis Jahresende zur Kenntnis gebracht werden. Für die Ausarbeitung wurde ein Expertenteam zusammengestellt.

Eröffnet wurde die GLOBArt Academy im niederösterreichischen Kloster Pernegg am vergangenen Donnerstag durch den Generalsekretär der Wirtschaftskammer, NR Dr. Günter Stummvoll. Die Begrüßung der Eröffnungsgäste, Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, nahm der Hausherr sowie Gründungsmitglied von GLOBArt, Abt des Stiftes Geras, DDr. Joachim Angerer, vor. Er apellierte, "das Gemeinsame vor dem Trennenden" zu stellen. Als Präsident von GLOBArt rief anschließend der Geiger und Dirigent Bijan Khadem-Missagh die neun Punkte der GLOBArt Charta in Erinnerung.

GLOBArt ist eine unabhängige Kulturinitiative und hat den Rang einer Nichtregierungsorganisation (NGO). Sie möchte bewusstseinsbildend und wissensstiftend wirken und gegen den Werte-und Sinnverlust unserer Zeit Maßnahmen ergreifen.

<z>Die GLOBArt Charta

1. GLOBArt ist ein Forum der Begegnung und fördert als solches die Kunst der Begegnung, die Begegnung der Künste und die Begegnung als Kunst.

2. GLOBArt fordert die Verantwortung der Künste und Wissenschaften für ein friedliches Zusammenleben der globalen Familie und ein künftiges Weltethos.

3. GLOBArt setzt sich für die Begegnung und den Austausch der Kulturen im Sinne einer "heterokulturellen Transversale" ein.

4. Aus dem Bewusstsein der gemeinsamen Quelle aller Religionen tritt GLOBArt für den interreligiösen Dialog ein.

5. Gegen den Wertverlust aufgrund der sensorischen Verarmung setzt GLOBArt sich für eine gezielte Schulung aller fünf Sinne ein, denn nur mit intakten Sinnen findet der Mensch zum Sinn.

6. Aufgrund der Wellness-Bewegung fördert GLOBArt im Bereich der Medizin eine präventiv orientierte ganzheitliche Heilkunst, im Gegensatz zur gegenwärtigen kurativen Heilkunde.

7. Gegen den allgegenwärtigen Sprachverfall will GLOBArt Impulse setzen für den verantwortungsvollen Umgang mit Sprache und eine Erziehung zur qualifizierten Sprachkompetenz.

8.Im Gegensatz zur Chancengleichheit aufgrund einer missverstandenen Egalität, tritt GLOBArt für eine Chancengerechtigkeit ein.

9. Diese Zielsetzungen sind je nach den Erfordernissen der Zeit und dem Erkenntnisprozess der Träger von GLOBArt zu erweitern bzw. zu differenzieren. Mit der vorliegenden Charta will GLOBArt zu den genannten Anliegen geeignete Projektempfehlungen geben.

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