DER KÜRZESTE SCHULWEG IST NICHT IMMER DER SICHERSTE!

. KfV-Tips zum Schulbeginn - 25 Verkehrstote in der Vorwoche: Verkehrsmoral blieb auf der Strecke

Wien (OTS) - Es ist soweit: Schulbeginn! Besonders für die Taferlklassler ein großes Ereignis. Ein neuer Lebensabschnitt mit vielen Veränderungen im Tagesablauf nimmt seinen Anfang. Schultasche und Schultüte sind einsatzbereit - aber ist auch Ihr Kind gerüstet für einen sicheren Schulweg? Sie als Eltern können dem kleinen ABC-Schützen dabei entscheidend helfen.

Daher nochmals die wichtigsten Tips von den Schulweg-Experten des Kuratorium für Verkehrssicherheit:

Der Wecker entscheidet

Keine Hast und Eile, wenn Ihr Kind einmal zu spät aus dem
Haus kommt. Sicherheitshalber eine Entschuldigung für die Lehrerin mitgeben.

Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste

Ein kurzer Umweg zu einer Unterführung oder Ampel zahlt sich
immer aus. Suchen Sie den Schulweg nach der Sicherheit der Überquerungsstellen aus. Die folgende Rangliste soll Ihnen dabei helfen:

1.Übergang mit Schulwegsicherung durch Exekutive oder

private Schulwegsicherer
2.Über- oder Unterführung
3.Übergang mit Druckknopfampel
4.Kreuzung mit Ampelregelung
5.Zebrastreifen

Vorzeigen und Erklären

Ihr Kind will wissen, weshalb es gerade jetzt die Straße überqueren oder warum es warten soll. Aufforderungen wie "Paß auf!" und "Sei vorsichtig!" allein reichen nicht. Erklären Sie dem Kind wiederholt, warum ein bestimmtes Verkehrsverhalten erwünscht wird, z.B.: "Rot - warten!", "Grün - nach beiden Seiten schauen und gehen!" oder "Halt - da kommt ein Auto!". Das eigene gute Vorbild und die "Einsicht" sind die besten Lehrmeister.

Sicher und richtig über die Strasse

Wo?

- Geregelte Kreuzungen oder Zebrastreifen bei der Überquerung benützen - auch wenn ein Umweg in Kauf genommen werden muß.

-Vor jedem Betreten der Fahrbahn: am Gehsteigrand
und/oder an der Sichtlinie stehenbleiben! Nach beiden Seiten schauen, ob Fahrzeuge herankommen (auch auf einbiegende Fahrzeuge achten)! Niemals unmittelbar vor heran-kommenden Fahrzeugen auf die Fahrbahn treten!

Wie?

- Die Straße nicht schräg, sondern gerade überqueren!
-Gehen, nicht laufen! (Ein laufendes Kind schaut nicht
und stolpert leicht.)

-Während des Überquerens ständig nach beiden Seiten
(links und rechts) Ausschau halten.

- Unterwegs mit dem öffentlichen Verkehrsmittel: Üben Sie mit Ihrem Kind das Fahren mit dem Bus oder der Straßenbahn - das Warten an der Haltestelle, das richtige Einsteigen, das Verhalten im Verkehrsmittel, das Aussteigen.

Erst wenn Sie sich völlig sicher sind, daß Ihr Kind all diese Schritte beherrscht (Ihr Kind soll Sie "führen" und die entsprechenden Verhaltensweisen erklären können), können Sie es alleine losschicken. Aber auch dann sollten Sie laufend - vom Kind unbeobachtet - kontrollieren, ob es sich an Ihre Anweisungen hält.

Zur Schule bringen und abholen

*Falls Sie Ihr Kind mit dem PKW zur Schule bringen, sorgen Sie
bitte dafür, daß Ihr Kind zur Gehsteigseite hin aussteigt. *Sollten Sie Ihr Kind abholen, erwarten Sie es vor dem
Schultor, nicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

*Halten Sie auf alle Fälle den festgelegten Schulweg ein, auch
wenn die Zeit knapp geworden ist. Erfolgt eine Schulwegsicherung durch die Exekutive oder Schulwegpolizisten, beachten Sie deren Anweisungen. IHR gutes Beispiel hat gerade in der Verkehrserziehung lebenswichtige Bedeutung.

Die Unfallzahlen der Vorwoche: Zeugnis mangelnder Verkehrsmoral

Die letzte Ferienwoche in Ostösterreich fiel in puncto Verkehrsunfallgeschehen dramatisch aus: Im Zeitraum 30.8. bis 5.9.1999 kamen bei 20 tödlichen Verkehrsunfällen 25 Menschen ums Leben, 8 davon allein in Niederösterreich. Die Todesopfer nach Verkehrsbeteiligung: 19 Pkw-Insassen (davon 13 Lenker), 2 Motorrad-Lenker, 1 Radfahrer und 3 Fußgänger.

Die Verkehrsmoral blieb letzte Woche nur allzu oft auf der Strecke:
Zwei Fußgänger und ein Radfahrer starben durch Fremdverschulden, zweimal war Alkohol am Steuer mit im Spiel, fünf Menschen fuhren ohne Sicherheitsgurt in den Tod, ein Fahrzeuglenker hatte keine Lenkberechtigung, und einmal mußte Fahrerflucht verzeichnet werden.

Die Monatsbilanz August 1999:

Im August 1999 kamen bei 94 tödlichen Verkehrsunfällen 107 Menschen ums Leben. 38mal war nichtangepaßte Geschwindigkeit Unfallursache, 13mal führte riskantes Überholen, 11mal führten Vorrangverletzungen zum tödlichen Unfall. In 6 Fällen war Alkohol am Steuer Mitursache, 13 getötete Fahrzeuginsassen waren nicht angeschnallt, ein getöteter Fahrzeugaufsasse trug keinen Helm.

Besorgniserregend ist der Vergleich des heurigen Unfallzahlen-Zwischenstandes mit dem Vorjahr: Vom 1. Jänner bis 5. September 1999 kamen auf Österreichs Straßen nach vorläufigen Zahlen bisher 708 Menschen ums Leben - im Vergleichszeitraum 1998 waren endgültig 634 Verkehrstote zu beklagen.

Achtung! Die Monatsgrafik ist in der APA-Datenbank "Grafik" mit dem Agenturkürzel OGS abrufbar!

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

KfV / Öffentlichkeitsarbeit /
Mag. Eveline Wögerbauer
Tel.: 01/71770-161 DW
e-Mail: pr@kfv.or.at
Internet: http://www.kfv.or.at
Bitte beachten Sie auch die Aussendung des BM für Inneres (OTS0039)
unter http://www.bmi.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS