Wallensteinplatz: Görg präsentierte das Siegermodell

Wien, (OTS) Bei der Pressekonferenz zur Präsentation des Siegermodells des Wallensteinplatz-Expertenverfahrens (Neugestaltung des Wallensteinplatzes)sagte Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg am Montag, dass er überzeugt sei, dass der Wallensteinplatz nach der Neugestaltung in seiner Bedeutung aufgewertet werde und zu einem neuen Zentrum des 20. Bezirks werden könne.

Bei der Durchführung des Expertenverfahrens zur Neugestaltung des Platzes habe man die Interessen der Brigittenauer BürgerInnen und der Geschäftstreibenden berücksichtigt, sagte Vizebürgermeister Görg. So garantiere das von den Architekten Schwarz & Schwarz vorgeschlagene Konzept - das von der Jury zum Siegermodell ernannt wurde - beispielsweise, dass die Jägerstraße nicht gesperrt werde und auch die bestehenden Bäume am Wallensteinplatz erhalten blieben, erklärte Görg. Das sei von den Anrainern so gewünscht worden.

Der Vizebürgermeister sagte weiters, er sei sicher, dass der Wallensteinplatz und die angrenzenden Geschäftsstraßen durch die Neugestaltung eine Belebung erfahren werden. "Die vorgeschlagene Ergänzung des Gastronomiebereiches für Kultur- und Veranstaltungsaktivitäten wird eine kulturelle sowie kommunikative Bereicherung des 20. Bezirkes darstellen", resümierte Görg.****

Der Wallensteinplatz

Der Wallensteinplatz im 20. Wiener Gemeindebezirk wird derzeit nur als erweiterte Verkehrsfläche wahrgenommen, und das obwohl er von durchaus repräsentativen Hausfassaden begrenzt ist.

Durch die Neugestaltung soll der Wallensteinplatz ein neues Gesicht bekommen und eine Zentrumsfunktion für den 20. Bezirk übernehmen. Gleichzeitig soll er im regen Geschäftsstraßenbetrieb der Wallensteinstraße zu einer Art Ruheoase werden und zum Aufenthalt einladen.

Bereits 1997 wurde die Gebietsbetreuung Brigittenau ersucht, ein Konzept zur Umgestaltung der Wallensteinstraße und des Wallensteinplatzes zu erarbeiten. Das in Folge entstandene Projekt wurde vom Oktober 1997 bis einschließlich März 1998 der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei zeigte sich, dass zum einen die Sperre der Jägerstraße und zum anderen die sehr nüchterne Platzgestaltung ohne Beibehaltung der heute am Platz stehenden großen Bäume heftig kritisiert wurde.

In Folge wurden in der Bezirksentwicklungs- und Bezirksverkehrskommission die Rahmenbedingungen für eine Umplanung des Wallensteinplatzes neu diskutiert und festgelegt. Auf dieser Basis wurde von der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) das gegenständliche Expertenverfahren durchgeführt.

Aufgabenstellung im Expertenverfahren

Im Rahmen des Expertenverfahrens wurden drei Architekten (Architekten Schwarz und Schwarz, Architekt Kopper, Architekten Palffy- Jabornegg) eingeladen, ihre Ideen zu diesem Platz zu entwickeln und zu präsentieren.

Eine Jury unter dem Vorsitz von Architekt Manfred Nehrer - in dem auch Architekt Bernd Stanzel, Vertreter der zuständigen Magistratsdienststellen, des Bezirks und der Klub der Brigittenauer Kaufleute mitwirkten - wählte den Entwurf der Architekten DI Karin Schwarz & DI Dr. techn. Karl - Heinz Schwarz zum Siegermodell.

Details zum Siegermodell

Der Entwurf der Architekten Schwarz & Schwarz sieht vor, den Platz bis hin zu den attraktiven Gebäudefassaden, die den Platz begrenzen, neu zu gestalten und die vorhandenen Baulichkeiten auch über die Straßen hinweg (Wallensteinstraße und Jägerstraße werden den Platz auch weiterhin queren) funktional und gestalterisch einzubeziehen. Weiters ist eine spezielle Bodengestaltung vorgesehen (eingefärbte Betonsteine, in einem bestimmten Muster verlegt), die den Platz von Platzwand bis Platzwand überziehen wird, allerdings nicht die attraktiven Hausfassaden konkurrenzieren soll.

Baulichkeiten am Wallensteinplatz sollen, um eine entsprechende Freifläche für möglichst viele Aktivitäten zu gewährleisten und um die Fassaden der umgebenden Häuser voll zur Wirkung kommen zu lassen, in reduziertem Ausmaß und an einem Ort konzentriert entstehen. Davon betroffen sind eine Baulichkeit für das Expedit der Wiener Linien, das in neuer Gestalt am Platz erhalten bleiben soll, und andererseits eine Gastronomieeinrichtung in Form einer gläsernen Box, die Ein-, Aus- und Durchblicke am Platz gewährt und im Sommer durch Schiebewände geöffnet werden kann. Damit soll ein neues identitätsstiftendes Lokal am Wallensteinplatz geschaffen werden.

Ein großer Schanigarten wird diese Gastronomie ergänzen und einen wesentlichen Beitrag zur Belebung des Platzes darstellen. Er soll auch eine kommunikative Bereicherung des Bezirkes darstellen. Im Untergeschoß zwischen den zwei geplanten Baulichkeiten werden Räume für kulturelle Veranstaltungen, die durch eine gleitsichere Glasstahlbetondecke attraktiv belichtet werden, angeboten. Nachts wird diese Glasdecke eine leuchtende Platzebene darstellen und soll Besucher anlocken.

Bäume sind in der Grünraumplanung des Entwurfs Gestaltungselemente, die den Raum strukturieren und den Menschen Rückzugsnischen und Orte zum Verweilen bieten. Sie schaffen sonnige, schattige und halbschattige Zonen im Wechsel der Tageszeiten. Tonangebend bleiben dabei die beiden bestehenden, attraktiven japanischen Schnurbäume am Wallensteinplatz. Es sind dies, so die Architekten, gute Stadtbäume. Sie sind transparent durch lichte und breitgewölbte Kronen und besonders attraktiv durch Blüten mit langen Trauben in den Sommermonaten.

Die Architekten Schwarz schlagen daher vor, auch die Neupflanzungen mit dieser Baumart vorzunehmen. Damit werde dem Platz eine größere Einheitlichkeit und vor allem Großzügigkeit verliehen. Sitzgelegenheiten für die Passanten werden mit punktuellen Rückenlehnen um die Bäume projektiert.

Ausstellung

Die Ausstellung des Siegermodells findet von 7.- 17. September 1999, Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr in der Gebietsbetreuung des 20. Bezirkes, Karl Meißl Straße 1, statt. (Schluss) kru

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