Zurück an die Arbeit – ein "Hürdenlauf"

Burgstaller zur Jahresbilanz des Vereins "Frau & Arbeit" in Salzburg / Bildungschancen "innergebirg" schlechter

Salzburg (OTS) Der Verein "Initiative Frau & Arbeit", der sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen bei ihrem
beruflichen Wiedereinstieg zu unterstützen, zieht eine erfolgreiche Jahresbilanz: 846 Frauen wurden vom Juli
des Vorjahres bis Juni ´99 beraten. Das sind um 80 mehr als im Vorjahr. "Hilfestellung ist wichtig, denn Frauen
in Salzburg, die nach der Babypause wieder zurück in den Job Wollen, müssen einige Hürden überspringen",
sagte Frauenrefererentin Landesrätin Mag. Gabi Burgstaller heute, Sonntag 5. September. Das reiche von
Bildungs- und Qualifikationsdefiziten, fehlenden Kinderbetreuungsplätzen, unklaren Berufsvorstellungen bzw. Neuorientierungswünschen bis hin zu mangelnder Mobilität und einem für den angespannten Arbeitsmarkt zu
hohen Lebensalter.

"Der Verein ‚Frau & Arbeit‘ gibt gute Tipps, wie diese Hürden für die Frauen im Alltag zu nehmen sind",
verweist Burgstaller auf diese wichtige arbeitsmarktpolitische Institution in Salzburg, die mit Erfolg arbeitet, wie
der jüngste Jahresbericht zeigt: Ein Viertel aller Klientinnen steigt wieder in das Berufsleben ein. Bei weiteren
25 Prozent wurden die Erwartungen und Rahmenbedingungen soweit abgeklärt, dass sie am Arbeitsmarkt als
"vermittlungsbereit" gelten. Ein weiteres Viertel der Frauen wurde an andere Institutionen weitergeleitet. Die
übrigen Klientinnen entschieden sich für selbst bezahlte Weiterbildung und Bildungskarenz oder konnten bei der
Organisation eines Kinderbetreuungsplatzes unterstützt werden.

Bildungschancen sind regional sehr unterschiedlich

Zwischen dem Ausbildungsniveau der Frauen und dem örtlichen Bildungsangebot besteht ein enger
Zusammenhang. Innergebirg hatten 17 Prozent der Frauen ausschließlich den Hauptschulabschluss, in Salzburg
hingegen nur acht Prozent. Während die Hälfte aller Pongauer und Lungauer Klientinnen einen Lehrabschluss
vorweisen konnten, ist es im Pinzgau nur ein Drittel. Mit der Matura schloss ein Drittel der Flachgauerinnen ihre
Schulausbildung ab, im Lungau dagegen ein Fünftel und im Pongau und Pinzgau sogar nur ein Zehntel der Rat
suchenden Frauen. "Das Bildungsgefälle von Frauen in Salzburg ist nach wie vor eklatant. Daher ist der Ausbau
von Qualifikation- und Bildungsangeboten für Frauen in der Region eines meiner Ressortziele. Der Internet-
Kurs für Bäuerinnen im Lungau war ein erster Schritt, "Girls online" – Web-Kurse für Mädchen – soll es heuer
verstärkt auch im Süden Salzburgs geben", nennt die Frauenreferentin ein Beispiel.
Ohne Kinderbetreuungsplätze geht’s nicht!

Nicht neu, aber immer noch aktuell: Die Kinderbetreuung zählt zu den größten Hürden beim Wiedereinstieg in
den Beruf. Vor allem in den ländlichen Regionen fehlt es an Ganztagsbetreuungsplätzen. Die Öffnungszeiten der
Kindergärten entsprechen bei weitem nicht den Arbeitszeiten und Bedürfnissen der Frauen. Aber auch im
städtischen Bereich ist es vor allem für allein erziehende Mütter und einkommensschwache Familien schwierig,
ihre Kinder während der gesamten Arbeitszeit gut unterzubringen. "Betriebliche Betreuungseinrichtungen, die
bekanntlich vom Land hoch gefördert werden, sind offensichtlich immer noch ein Tabu. Bis auf ein großes
Einkaufszentrum in Salzburg erkennen (männliche) Chefs den Nutzen dieser sinnvollen Einrichtung für die
(meist weiblichen) Angestellten nicht", so die Landesrätin.

Führerscheinkurse für Frauen: ein voller Erfolg

In den Beratungen zeigte sich, dass viele Frauen keinen Führerschein hatten und so in ihrer
Arbeitsplatzsuche noch einmal mehr eingeschränkt waren. Auf diese weitere Hürde reagierten die
Verantwortlichen von "Frau & Arbeit" prompt: Im Pongau, Pinzgau und Lungau wurden Führerscheinkurse
initiiert, die den Frauen neben größerer Mobilität auch zu mehr Selbstbewusstsein verhalfen.
Frauengerechte Qualifizierungsschritte
Einmal erworbene Berufsqualifikationen werden immer schneller überholt. Binnen weniger Jahre sind
Nachschulung bzw. Zusatzqualifizierung notwendig. Das trifft vor allem Frauen hart, die ihre Berufstätigkeit für
längere Zeit unterbrechen. Die Angebote zur Re-Qualifizierung gehen jedoch, so stellen die Mitarbeiterinnen der
Initiative Frau & Arbeit immer wieder fest, an den Bedürfnissen wiedereinsteigender Frauen vorbei. Als größte
Schwierigkeit werden Zeitaufwand und Kosten von Weiterbildungsmaßnahmen genannt. Frauengerechte Aus-
und Weiterbildungen müssen die weiblichen Lebenszusammenhänge berücksichtigen: flexible
Ausbildungszeiten, kürzere Kursabschnitte, begleitende Kinderbetreuung und Angebote für Tele-Learning mit
Präsenzphasen. Gerade hier versucht Frau & Arbeit vermittelnd tätig zu werden.
Impulse für den Wiedereinstieg
Das Beratungsangebot des Vereins reicht von einer erster Abklärung der Ziele und Fähigkeiten der Frauen über
die Planung der notwendigen Schritte bis zur Begleitung bei der Vorbereitung des Wiedereinstiegs und in den
ersten Wochen am neuen Arbeitsplatz. Neben der Einzelberatung bietet Frau & Arbeit auch Seminare an.
Juristische Beratung für Frauen Innergebirg

In Kooperation mit dem Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes Salzburg vermittelt der
Verein auch juristische Beratung für die Frauen in den Bezirken Pongau, Lungau und Pinzgau. Fragen zu
Lebensgemeinschaft, Heirat, Ehe, Scheidung, Unterhalt und Erbrecht werden von zwei kompetenten Juristinnen
umfassend geklärt. d186-60

Landesrätin Burgstaller ist von 12.00 bis 14.00 Uhr unter der Handynummer 0664/2100798 zu erreichen.

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