Prammer: Jährlich über 10.000 Beschwerden wegen Tierquälerei

Österreichweite Tieranwaltschaft würde Abhilfe schaffen - Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes notwendig

Wien (OTS) - Jährlich sind die österreichischen Tierschutzorganisationen und -vereine mit über 10.000 Beschwerden wegen Tierquälerei konfrontiert, alleine in Wien waren es 1998 über 2.000 Fälle. Oftmals aber finden die BürgerInnen erst über Umwegen zu Tierschutzorganisationen und den zuständigen Behörden, um das Leid der Tiere zu lindern. Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer will hier mit der Schaffung einer Tieranwaltschaft Abhilfe schaffen. Diese Tieranwaltschaft soll eine zentrale Anlaufstelle in allen Tierschutzfragen bilden, so Prammer.

Die Tieranwaltschaft sollte österreichweit über eine Telefon-Hotline-Nummer erreichbar sein. Dadurch könnten Anzeigen, Beschwerden und andere Tierschutzfragen unbürokratisch entgegengenommen und an die zuständigen Stellen (z.B. Amtstierärzte, Tierschutzorganisationen) weitergeleitet werden. Somit könnte den Tierschützern und den Tieren selbst rasch geholfen werden.

Derzeit wissen viele Menschen oftmals nicht, wo und wie sie in Tierschutzfragen Unterstützung finden."Mit einer Tieranwaltschaft könnte diese unbefriedigende Situation entscheidend verbessert werden", so Prammer.

Die Tieranwaltschaft ist eine zentrale Forderung des Tierschutzvolksbegehren, das von 460.000 ÖsterreicherInnen unterzeichnet wurde und die Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes zum Ziel hat. Prammer unterstützt diese Forderung: "Nur mit einer bundeseinheitlichen Regelung können Verbesserungen im Tierschutz österreichweit rasch durchgesetzt werden. Ein Bundestierschutzgesetz nach deutschem und schweizer Vorbild ist übersichtlich und bürgerfreundlich. Die derzeit in den einzelnen Bundesländern bestehenden völlig ungerechtfertigten Unterschiede in der Tierhaltung müssen abgeschafft werden."

Die Artikel 15a-Vereinbarungen der Bundesländer sind oftmals nicht ausreichend. Ein Beispiel ist die Käfighaltung von Legehennen: Der Großteil der Bundesländer hat die versprochene Schaffung von alternativen Haltungsformen bis heute nicht umgesetzt, kritisiert Prammer.

Auch das von vielen Tierschützer/innen geforderte verstärkte Eintreten für Tierschutzangelegenheiten auf europäischer Ebene ist aufgrund der derzeitigen Rechtslage nur sehr schwer möglich. Wenn Österreich in Brüssel für den Tierschutz eintreten will, müssen zuerst neun Länderpositionen akkordiert werden. Auch hier würde ein Bundestierschutzgesetz wesentliche Verbesserungen bringen.

In Österreich könnte mit der Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes sofort die Käfighaltung für Legehennen abgeschafft und die Einfuhr vom Aussterben bedrohter Tiere gestoppt werden. Aufgrund dieser Fakten muß ein Bundestierschutzgesetz in der nächsten Legislaturperiode umgesetzt werden, so Prammer.

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