Sika in FORMAT: "Unzweifelhafte Querverbindungen zwischen Politik

und Mafia"

Utl.: Organisierte Kriminalität: Generaldirektor für die Öffentliche

Sicherheit fordert Änderung der Gerichtsorganisation
- "Fehler bei der Operation Spring"=

Wien (OTS) - Michael Sika, Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, warnt im Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT vor der Unterwanderung der Politik durch die organisierte Kriminalität: 'Unzweifelhaft' gebe es auch hierzulande Querverbindungen zwischen Politik und Mafia, so Sika: 'In Österreich geht alles ein bißchen langsamer als in anderen Ländern. Aber wir gehen denselben Weg, da bin ich mir sicher.'

Sike äußert erneut Kritik am Vorgehen der Justiz bei der Behandlung des bei der 'Operation Spring' aufgedeckten nigerianischen Drogenkartells: 'Ich halte es für notwendig, daß man sich die Gerichtsorganisation im Hinblick auf organisierte Kriminalität überlegt. Es gibt Richter, die behaupten, es gibt keine organisierte Kriminalität, obwohl sich das mittlerweile schon herumgesprochen hat. Jetzt sehe ich, daß das Drogenkartell bei Gericht in Appetithappen zerhackt wird: Diejenigen Verdächtigen, denen man Drogenhandel nachweisen kann, werden nach dem Suchtmittelgesetz abgestraft. Die dahinterstehende kriminelle Organisation wird justiziell nicht oder nur ungenügend berührt. Das kann ich nicht für die richtige Vorgehensweise halten.'

Aber auch die Polizei habe bei der 'Operation Spring' Fehler gemacht: 'Wir haben zu lange versucht, der Sache auf konventionellem kriminalistischem Wege beizukommen. Das ist so, wie wenn man das Innere des Mondes erforschen will, indem man mit dem Fernrohr hinschaut.'

Relativieren muß Sika allerdings die anfängliche Behauptung des Innenministeriums, die Polizei sei durch die 'Operation Spring' erstmals an die 'großen Bosse' eines Drogenkartells herangekommen:
'Wir haben ohne Zweifel Strukturen einer kriminellen Organisation aufgedeckt. Wir sind vielleicht nicht in die Führungsetage vorgedrungen, aber zumindest in den Mittelbau.'

Rückfraghinweis: FORMAT-Chefredaktion, Tel. 01/217 55-6710

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