JW-Bundestagung: Weitere Erleichterungen für Jungunternehmer Utl.: Verzugszinsen werden erhöht, "One-stop-shops" ab 2001

Mayrhofen (PWK) - realistisch - Klima: Klares Bekenntnis zu Sozialpartner- schaft und Kammern

Jungunternehmer werden es in den nächsten Jahren
wieder eine Spur leichter haben, neue Unternehmen zu gründen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Verzugszinsen werden erhöht, um Unternehmen nicht weiter durch Zahlungsverzögerungen in ihrer Existenz zu gefährden. Weiters soll das "One-stop-shop"-Prinzip (eine Behörde, ein Verfahren, ein Bescheid) könnte bis 2001 verwirklicht werden. Dies sagten Bundeskanzler Viktor Klima, Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner, Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer und Staatsekretär Wolfgang Ruttenstorfer bei der 7. Bundestagung der Jungen Wirtschaft am Samstag in Mayrhofen im Zillertal den 1.200 Teilnehmer an der größten Unternehmertagung des Jahres zu. Damit werden zwei wesentliche Forderungen der Jungen Wirtschaft in absehbarer Zeit erfüllt.

Einigkeit herrschte bei der Veranstaltung, an der auch WKÖ-Präsident Leo Maderthaner, JW-Bundesvorsitzender Stefan Umdasch und Bundesgeschäftsführer Alfons Helmel teilnahmen, dass zwei weitere Forderungen der Jungen Wirtschaft verstärkt in Angriff genommen werden müssen, nämlich die Betriebe von der Bürokratie zu entlasten und das Image der Unternehmer zu verbessern. "Wir haben viel zu viel Gesetze. Es ist unmöglich, sie alle zu lesen, geschweige denn zu verstehen. Man müsste eigentlich einen Preis für Beamte vergeben, die aus drei Gesetzen eines machen können" erklärte WKÖ-Präsident Maderthaner und wies daraufhin, dass es im Rahmen der seit drei Jahren laufenden WKÖ-Aktion "Amtsmanger" gelungen sei, die Verfahrensdauer von 255 auf 85 Tage zu reduzieren. Um das Unternehmerimage zu stärken, plädierte Maderthaner dafür, Schüler verstärkt mit der Selbständigkeit vertraut zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Unternehmerprüfung bereits in der Schule abzulegen.

Als nicht finanzierbar bezeichnete Klima den Wunsch der Jungen Wirtschaft, das AMS solle die Kosten von Unternehmensberatungen zu einem Drittel mitfinanzieren. Maderthaner kündigte jedoch an, daß die Wirtschaftskammern in ihren Anstrengungen nicht nachlassen werden, die Jungunternehmer auch weiterhin effizient und kostengünstig zu beraten und die Junge Wirtschaft tatkräftig zu unterstüzen. Was die Forderung der Jungen Wirtschaft nach Einrichtung eines steuerbegünstigten Jungunternehmerfonds betrifft, so versprach Klima lediglich, dies zu prüfen. Wichtiger sei es, Jungunternehmer mit potentiellen Kapitalgebern zusammenzubringen. Hier mangele es noch an kompetenten Beratern. Wirtschaftsminister Farnleitner wies darauf hin, dass sich die von ihm ins Leben gerufen Business Angels auch in diesem Bereich bestens bewähren.

Landwirtschaftsminister Molterer bezeichnete die Standortpartnerschaft, die kürzlich von der Gewerkschaft öffentlicher Dienst mit der Wirtschaftskammer Österreich vereinbart wurde, als richtigen Weg, um einen reichen Erfahrungsaustausch zwischen Mitarbeitern der Verwaltung und den Unternehmern zu ermöglichen. Molterer forderte die Jungunternehmer auf, verstärkt den Dialog mit der Verwaltung zu suchen, um gemeinsam neue Lösungen zu finden. Um die Verwaltung weiter zu vereinfachen, kündigte Staatsekretär Ruttenstorfer an, dass voraussichtlich in fünf Jahren alle Behördenwege über das Internet abgewickelt werden können.

Bundeskanzler Klima nutzte abschließend die Gelegenheit, ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft und den Kammern mit Pflichtmitgliedschaft abzulegen. "Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer haben sich in der Vergangengheit bestens bewährt und entscheidend zur Erfolgsgeschichte Österreichs beigetragen", so Klima wörtlich. In einer Art Gründungspartnerschaft wolle man weiter zusammenarbeiten, um neue Unternehmen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen.

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