Mischfutter: Höchster Standard bei Produktion, beste Rohstoffe

Futtermittelindustrie lehnt generelles Verbot von Tiermehl ab - Heimtiere werden teils schon jetzt nicht mehr verwertet

pwk - Von einigen Vertretern politischer Parteien wurde zuletzt eine teilweise polemische Diskussion um Futtermittel gestartet. Die österreichische Futtermittelwirtschaft legt daher Wert auf die Feststellung, dass die Produktion von Mischfutter auf höchstem qualitativen Standard unter Verwendung einwandfreier Rohstoffe zum Wohl der Landwirtschaft, aber vor allem des Konsumenten erfolgt. Die staatliche Futtermittelkontrolle ist lückenlos. Daraus resultiert, dass es in Österreich keine Skandale, weder bei BSE noch bei Dioxin, gab. Eine freiwillige Rasteranalyse aller eingesetzten Futtermittelrohstoffe auf Dioxinwerte steht unmittelbar vor dem Abschluss. Bisher gab es bei keinem einzigen Rohstoff Grund zur Beanstandung. Abseits von Wahlkampftönen möchte der Verband der Futtermittelindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich einige fachliche Fakten klarstellen. ****

Die österreichische Futtermittelindustrie lehnt ein generelles Verbot von Tiermehl aus mehreren sachlichen Gründen ab. Zum Einen stammen 95 Prozent der verwendeten Rohmaterialien aus tierärztlich kontrollierten unbedenklichen Schlachtabfällen. Diese Rohstoffe werden in einem hochtechnischen Recyclingverfahren (gemäß der geltenden EU-Richtlinie Erhitzung auf 133 Grad mit einem Druck von 5 bar, um alle Krankheitskeime garantiert auszuschalten) in qualitativ hochwertiges Eiweißfuttermittel für Hühner und Schweine verwandelt. Die österreichische Futtermittelindustrie kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die entsprechende EU-Richtlinie noch nicht in allen EU-Staaten, etwa in Frankreich, eingehalten wird.

Ein mögliches Verwertungsverbot von Heimtieren wird von der Futtermittelindustrie nicht abgelehnt. Heimtiere werden von den Tierkörperverwertungen Oberösterreich und Burgenland bereits jetzt nicht mehr zu Tiermehl verarbeitet. Abgesehen davon waren bisher die Tiermehlerzeuger verpflichtet, alles anfallende Rohmaterial tierischer Herkunft zu Futter und Fett zu verarbeiten.

Sämtliche österreichischen Tiermehlfabriken garantieren, dass sie keinen Klärschlamm eingesetzt haben, wie dies in Frankreich und in Holland der Fall war.

Ein generelles Einsatzverbot von Fleisch- und Tiermehl würde weiters den vermehrten Import von ausländischen pflanzlichen Eiweißfuttermitteln bedeuten und die inländischen Rohstoffe mit hochwertigen Aminosäuren unter großem Entsorgungsaufwand der Bauern vergeuden.

Die geforderte Versorgung mit gentechnikfreiem Soja ist aus logistischen Gründen nicht möglich, da trotz großer Bemühungen für Österreich und auch andere EU-Länder seitens der USA keine Trennung erfolgt. Der deutsche Landwirtschaftsminister Funkel hat dies vor einigen Tagen bei einer USA-Reise ebenfalls zur Kenntnis nehmen müssen. Europa hat einen Zuschussbedarf an pflanzlichem Eiweiß aus Übersee. Eine Kennzeichnung für Futtermittel kann nur EU-weit in der geplanten Novel-Feed-verordnung einheitlich geregelt werden. Nach Feststellung des Kanzleramtes (Verbraucherschutz) ist Mischfutter, das mit Sojaschrot aus gentechnisch veränderten Sojabohnen erzeugt wird, gemäß Gentechnikkennzeichnungsverordnung nicht zu kennzeichnen. Es enthält nämlich keine vermehrungsfähigen Bestandteile. Absolute Gentechnikfreiheit bedeutet wesentlich höhere Futtermittel- und in der Folge Lebensmittelkosten für die Konsumenten.

Ein etwaiges Einsatzverbot von Antibiotika stellt für die österreichische Futtermittelindustrie kein grundsätzliches Problem dar. Es gibt seit Jahren mehrere österreichische Markenfleischprogramme, wo der Antibiotika-Einsatz in der Mast verboten ist. Zu bedenken ist aber, dass ein generelles Verbot auch im Jungtierbereich zu erheblichen Mehrkosten für die landwirtschaftliche Veredelungswirtschaft führt. Bezeichnenderweise werden in Schweden seit dem grundsätzlichen Antibiotika-Einsatzverbot mehr als 50 Prozent der vorher verarbeiteteten Antibiotika-Mengen nunmehr therapeutisch eingesetzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass dadurch eine wesentlich höhere Verabreichungsmenge als bei der einer Impfung entsprechenden Prophylaxe im Futter gegeben ist.

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