Immobilien-Investitionen in mittel- und osteuropäischen Ländern: Klima freundlicher, aber noch immer nicht ohne Risiko Wiener Messe veranstaltet vom 2. bis 4. September die RealEast, eine

Wien (OTS) - Kongreßmesse mit begleitender Fachausstellung - Wenig Chancen für Investitionen in Wohnraum - Unterstützung für die Slowakei moniert=

Die Rahmenbedingungen für Investitionen in
Immobilien in den EU-Beitrittskandidaten unter den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) sind zwar freundlicher geworden, aber immer noch mit Risiken behaftet. Das ist eines der Ergebnisse der von der Messe Wien in Kooperation mit Financial Times Conferences veranstalteten Kongress-Messe RealEast "99, die noch bis 4. September geöffnet ist, über den Immobilienmarkt in Osteuropa.

Die Rechtsvorschriften in den künftigen EU-Mitgliedsländern seien zwar im wesentlichen EU-konform, es fehle aber die Erfahrung mit der praktischen Umsetzung, erläuterte der Abteilungsleiter für Internationale Projektfinanzierung bei der Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB), Marc Faller im Rahmen der RealEast, die internationalen Investoren als Einstiegshilfe in einen profitablen Markt dienen soll. Es reiche nicht, daß Gesetze auf dem Papier stünden; Gerichte und Behörden, die Rechtsvorschriften anzuwenden haben, müßten entsprechend geschult werden. Faller: "Ein gutes Gesetz schützt nicht vor Fehlentscheidungen durch Gerichte." Investoren müßten noch überzeugt werden, daß das Rechtssystem "im Ernstfall wie in einem westlichen Land funktioniert." Vor allem in Ländern, die keine unmittelbaren EU-Beitrittskandidaten sind, sei ein Hauptproblem von Investitionen in Immobilien das Risiko durch Hindernisse bei der Transferierbarkeit von Einnahmen zur Bedienung der aufgenommenen Kredite. Es sei zwar verständlich, daß sich diese Länder mit Rechtsvorschriften gegen Kapitalabflüsse schützen, doch widerspreche die Restriktion auf der anderen Seite dem Besicherungsbedürfnis einer westlichen Bank, erklärte Faller. Deswegen arbeiteten auch Handelsbanken mit der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) zusammen, weil das Transferrisiko durch eine solche Kofinanzierung eingeschränkt werden könne. (Russland hat beispielsweise die EBRD von Transferrestriktionen explizit ausgenommen).

Eine Finanzierung von Wohnraum für die private Bevölkerung durch westliche Investoren sei nicht realistisch, betont Faller, obwohl im Wohnbereich hoher Nachholbedarf besteht: Nach früherer kommunistischer Praxis hatte etwa eine vierköpfige Familie Anspruch auf nicht mehr als 28 Quadratmeter Wohnfläche gehabt. Einschlägige Finanzierungen müßten jedoch in der lokalen Währung durch lokale Banken erfolgen. Dies setze voraus, daß die Banken vor Ort zu langfristiger Finanzierung imstande sind. Gegenwärtig angebotene Kredite in lokaler Währung mit kurzen Laufzeiten und Zinssätzen oft in der Größenordnung von 20 oder 30 Prozent könnten sich die meisten nicht leisten. Eine Verbesserung zeichne sich in Tschechien ab, wo ein Hypothekengesetz verabschiedet worden ist und der Staat die Zinssätze stützt. Mit einer Bausparkasse für das Geschäft auf regionaler Ebene hat dort die RZB bereits den Fuß in der Tür.

Sonderfall Slowakei Ein Sonderfall bei Investitionen in Immobilien ist die Slowakei: Nach der Einschätzung von Edgar Rosenmayr von der EBRD in London habe das Verständnis von Privateigentum in der Slowakischen Republik bis vor kurzem nicht dem internationalen Standard entsprochen. Auch seien früher große internationale Unternehmen unfair behandelt worden. Die gegenwärtige Regierung habe erklärt, das Vertrauen der Investoren wieder herstellen zu wollen. Freundliche Worte für die Slowakei fand auch Marc Faller: Das Land "verdient alle Unterstützung der EU, damit es zu den anderen Beitrittskandidaten aufschließt." Experten schränken jedoch ein, daß Bratislava unter dem Problem der dezentralen Lage leide und daher für internationale Investoren weniger interessant als andere Hauptstädte wie Prag, Warschau oder Budapest sein werde.

Die RealEast findet noch bis 4. September 1999 im Palais Harrach und im Palais Ferstl in der Wiener Innenstadt statt und ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der Kongreß ist von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

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