Industriewünsche an künftige Regierung

Belangsendung der WKÖ am 7.9.1999 um 5:52 auf Ö1

PWK - Die Industrie ist der größte Exporteur der österreichischen Wirtschaft, dadurch ist sie auch extrem der internationalen Konkurrenz ausgesetzt. Der Syndikus der Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, Joachim Lamel, weist auf unbefriedigende Auftragseingänge in wichtigen Industriebranchen hin. "Die schwache Situation bei den Auftragseingängen in der Industrie ist sicher darauf zurückzuführen, dass die Industriekonjunktur generell von der Entwicklung der Auslandsnachfrage abhängt, und die europäische, aber auch die Weltkonjunktur derzeit noch schwach sind. Speziell bei unseren Haupthandelspartnern, und dies schlägt sich in der Auftragseingangssituation der österreichischen Industrie deutlich nieder." ****

Diese Haupthandelspartner sind Deutschland und Italien, in die fast die Hälfte des österreichischen Warenexportes abgewickelt wird. In Deutschland erwartet man heuer ein Wachstum des Bruttonationalproduktes um eineinhalb, und in Italien um nur 1,3 Prozent. Das bedeutet für die heimischen Anbieter harten Konkurrenzkampf. Um den zu bestehen, braucht die Industrie passende Rahmenbedingungen, die sie bereits Mitte Juli als 'industriepolitische Leitlinien' formuliert hat, aus denen Syndikus Lamel zitiert: "Wir erwarten, dass die Industriepolitik sich daran orientiert, dass Österreich speziell in den Bereichen Forschungspolitik, Technologiepolitik und Innovation, aber auch in den Bereichen Bildung und Qualifikation die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Wirtschaft und der österrreichischen Industrie erhöht, dass sich die Unternehmensbesteuerung am Wettbewerb orientiert, dass die EU-Erweiterung möglichst rasch realisiert wird und dass schließlich in der Umweltpolitik der europäische Gleichklang und nicht die Austriazismen regieren. Wir erwarten ferner eine leistungsfähige Infrastruktur, speziell in den Bereichen der Energie, Telekommunikation und bei den Verkehrssystemen."

Man werde die künftige Politik daran messen, wie sehr sie sich diesen 'industriepolitischen Leitlinien' annähert, kündigt die Wirtschaftskammer an.
(Schluß) pt

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