Bartenstein: Video über sexuellen Kindesmißbrauch soll Flugtouristen aufrütteln

Familienministerium kooperiert mit Austrian Airlines

Wien (OTS) - Ein neuer Videospot gegen sexuellen Mißbrauch an Kindern, der bei ausgewählten Auslandsflügen der AUA ab Oktober gezeigt wird, soll bei Touristen das Bewußtsein schärfen , daß sexuelle Übergriffe an Kindern, unabhängig vom Ort des Geschehens, ein Verbrechen sind und auch im Heimatland strafrechtlich verfolgt werden. "Ein Beitrag im Kampf gegen den weltweiten Sextourismus", begründete Familienminister Dr. Martin Bartenstein heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz die Initiative des Familienministeriums. Er hofft, daß sich die Lauda Air, die einen Teil der "kritischen" Destinationen anfliegt, und möglicherweise auch ausländische Fluglinien der Aktion anschließen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF verwirklicht.

Sexueller Mißbrauch von Minderjährigen und Kinderpornographie zählten zum Abscheulichsten, was man einem Kind antun könne, sagte Bartenstein. Sextourismus sei weltweit ein Verbrechen. So wie in mittlerweile 18 anderen Staaten können sexuelle Übergriffe von Österreichern an Kindern seit 1997 bei uns auch gerichtlich verfolgt werden, wenn das Delikt im Ausland begangen wurde. Auch
auf diese strafrechtlichen Folgen sollen Fernreisende durch das Video aufmerksam gemacht werden. Der Strafrahmen für schweren sexuellen Mißbrauch Minderjähriger mit Todesfolge etwa beträgt bis zu 20 Jahren Haft.

UNICEF schätzt die Zahl der Kinderprostituierten weltweit auf zwei Millionen. Schätzungen in einzelnen Ländern lassen eine noch weit höhere Dunkelziffer vermuten. So wird von Hilfsorganisationen die Zahl minderjähriger Prostituierter in Indien auf rund 400.000 geschätzt, jene in den USA auf zwischen 100.000 und 300.000. Die Ursachen sind vielfältig: "Armut, Drogensucht, sexuelle Gewalt und Mißbrauch im Familienkreis bilden den Nährboden für die Kinderprostitution", betonte Bartenstein.

Ab Oktober wollen die Austrian Airlines das Video auf Langstreckenflügen nach Neu Delhi, Johannesburg und ins südliche Afrika sowie auf Mittelstreckenrouten einsetzen, berichtete AUA-Vertreter Johannes Davoras. Es wird in einen News-Block
eingebettet, der den Airbus-Passagieren in der ersten Flugphase
auf dem Bildschirm angeboten wird. Das Bordpersonal wird in Schulungen auf mögliche Reaktionen der Fluggäste vorbereitet. Zusätzlich wollen die AUA das Video auch ihren ausländischen Partner-Fluglinien präsentieren, sagte Davoras.

Für die Firma DoRo Productions, die den Spot hergestellt hat, sei diese Arbeit ein Beitrag zum "social advertising", betonte Filmemacher Rudi Dolezal bei der Pressekonferenz. Als "kleine
Keule im Hinterkopf" solle das Video Anlaß zum Überlegen und zur Bewußtseinsbildung sein. Zusätzlich hat DoRo für einen Einsatz in Österreich auch eine zweite Version des Spots angefertigt, bei dem der sexuelle Mißbrauch im familiären Umfeld des Kindes thematisiert wird.

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