Effizente Einsatzübung im Tunnel Kaisermühlen

Wien, (OTS) Was sich niemand wünscht, wofür aber die Einsatzkräfte jederzeit gerüstet sein müssen, war Gegenstand einer Einsatzübung im Lärmschutztunnel Kaisermühlen, auf der A 22/ Donauuferautobahn, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch: Ein Serienunfall, in den auch ein LKW mit gefährlichem Ladegut und ein vollbesetzter Autobus verwickelt waren, und der zahlreiche
Verletzte gefordert hat. Mitentscheidend für die Effizienz der Einsatzmaßnahmen war dabei auch die Schnelligkeit der Tunnelwarte (MA 28), die den Alarm auszulösen hatte. Der massive Einsatz von Feuerwehr, Rettung und Polizei vereinigte insgesamt 70 Feuerwehrleute, 90 Retter der verschiedenen Rettungsorganisationen und 70 Polizisten vor Ort.

In einem Pressegespräch am Mittwochvormittag zogen Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek, Polizeipräsident Hofrat Dr. Peter Stiedl, Branddirektor Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Perner und Chefarzt Dr. Alfred Kaff ein erstes Resümee und führten dabei u.a. aus:

Stadtrat Svihalek: "Nach dem Vorfall im Tauerntunnel habe ich diese Sicherheitsübung angeregt. Die technischen Einrichtungen im Tunnel haben durchaus funktioniert, die Wiener Bevölkerung kann, was die Sicherheitspunkte betrifft, hier ohne Sorge fahren. Allerdings sind wir auf die Mithilfe der Fahrzeuglenker
angewiesen, ich appelliere eindringlich an sie: Halten Sie die vorgegebenen Geschwindigkeiten ein. Wir müssen leider feststellen, dass allgemein ein zu hohes Tempo gefahren wird. Ich werde mich deshalb umgehend dafür einsetzen, dass in jeder Tunnelröhre ein mobiles Radargerät aufgestellt wird."****

Polizeipräsident Stiedl: "Aufgaben der Polizei waren die Verkehrsumleitung und die Absicherung des Unfallbereiches, wir hatten dazu 35 Kreuzungen besetzt. Der Alarmplan hat gut funktioniert, auch unser Katastrophen-Funkkanal. Allerdings ist
die Funkverbindung im Tunnel wegen der Lärmentwicklung problematisch, ein Kopfhörersystem wäre empfehlenswert. Bei den Sicherheits-Durchgängen zwischen den Röhren sollten anstelle der Leitschienen Steckgitter montiert sein, weil dadurch die Einsatzkräfte leichter wechseln können."

Branddirektor Perner: "Sinn und Zweck der Übung war das Zusammenspiel der Einsatzkräfte, der so genannten Blaulicht-Organisationen. Die Absperrungen und die Umleitungen haben gut funktioniert, am Beginn des Unfallgeschehens spielt die Tätigkeit der Tunnelwarte eine ganz wesentliche Rolle. Die Wiener Berufsfeuerwehr ist in der glücklichen Lage, durch 25 Feuerwachen, die flächendeckend über Wien verteilt sind, ganz schnell vor Ort zu sein. Eine 26. Wache wird demnächst bei der Donau-City ihren Betrieb aufnehmen. Auch mein Appell an die Autofahrer, die vorgeschriebene Geschwindigkeit einzuhalten, weil ein plötzlicher Spurwechsel immer wieder zu Unfällen führt."

Chefarzt Kaff: "Beim Rettungswesen sind fünf Organisationen
zu einem Verbund zusammengeschlossen, der möglichst reibungslos
und einander ergänzend funktionieren soll. Die Wiener Rettung hat derzeit einen Einsatzradius von 12 bis 15 Minuten. In Vorbereitung befindet sich eine Verkehrsstrom-Analyse in Zusammenarbeit mit
Prof. Pfleger, die aufzeigen soll, wo noch Rettungsstationen notwendig erscheinen. Vor allem für den raschen Durchgang von
einer Tunnelröhre in die andere mit Tragbahren wäre die Umrüstung von Leitschienen auf Steckgitter sehr wichtig."

Generell wurde auf den Vorteil bei etwaigen
Rettungsmaßnahmen, dass zwei Tunnelröhren vorhanden sind, hingewiesen. Auf ein bemerkenswertes technisches Detail wies TAR Ing. Ludwig (MA 32) hin: Der Tunnel Kaisermühlen sei in Europa der einzige, der mit einer Längsentlüftung und mit einer Brandrauch-Absaugung nach oben ausgestattet ist. (Schluss) pz/bs

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859

PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK