LR Bauer: Schützen wir unsere feuchten und sauren Wiesen!

Neue Broschüre zeigt Schönheit des Lebensraumes Feuchtwiese

St. Pölten, (SPI) - Feuchtgebiete in der Kulturlandschaft erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Im pannonischen Raum von Niederösterreich ist dies für die großen Auengebiete der Donau und March gut dokumentiert. Weniger bekannt sind Situation und Bedeutung der kleinen, einer Vielzahl menschlicher Einflüsse ausgesetzten Feuchtgebiete in der Agrarlandschaft. Ihnen widmet sich eine neue Broschüre, die von der NÖ Naturschutzabteilung in Zusammenarbeit der "Arge Vegetationsökonomie und Naturschutzforschung", dem "Niederösterreichischen Naturschutzbund" und "Bird Life Österreich" erstellt wurde.****

"Obwohl der pannonische Raum das niederschlagsärmste Gebiet Niederösterreichs ist, prägten bis vor wenigen Jahrzehnten ausgedehnte Feuchtgebiete das Bild der Landschaft. Als Streuwiesen, welche Futter für Zugtiere und Einstreu lieferten, hatten viele davon ihren festen Stellenwert im bäuerlichen Betrieb. In manchen Teilen des Wiener Beckens oder des Tullner Feldes und des Pulkautales erstreckten sich noch Anfang des 20. Jahrhunderts, soweit das Auge reichte, Feuchtwiesen und Hutweiden", informiert Niederösterreichs Naturschutzlandesrat Dr. Hannes Bauer. Etwa vor 100 Jahren setzten intensive Fluss- und Bachregulierungsarbeiten ein. Danach begannen staatlich geförderte Trockenlegungen flächenwirksam zu werden. Gebiet um Gebiet wurde entwässert, um die im Verhältnis zu Getreide und Hackfrüchten weniger produktiven Wiesen und Weiden ackerbaulich nutzbar zu machen.

Hinzu kam der schrittweise Verlust der Hauptabnehmer des Heus: Pferde als Zugtiere wurden von Traktor und Lastkraftwägen abgelöst, und die im Wiener Umland etablierte Abmelkwirtschaft bekam, dank der neueingeführten Kühltechnik, starke Konkurrenz von weiter entfernt gelegenen Gebieten. "Heute existieren vorwiegend nur mehr kleine, isolierte Feuchtwiesenreste. Sie erfüllen aus ökologischer Sicht allerdings eine Vielzahl wichtiger Funktionen. So bilden sie mit ihrer vielfältigen Organismenwelt ein unersetzliches genetisches Reservoir und sind Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere, deren ursprüngliche Lebensräume vom Menschen stark verändert oder zerstört wurden. In der vom Ackerbau dominierten Landschaft des östlichen Niederösterreichs dienen sie dem Grundwasserschutz oder der Verbesserung des Kleinklimas und sind lebende Zeugnisse einer einst weit verbreiteten Landnutzung", so Bauer weiter.

Die heutigen Feuchtwiesengebiete weisen zwar grundsätzlich naturräumlich ähnliche Ausgangsbedingungen auf wie früher, sie sind aber starken Einflüssen - von der Veränderung des Wasserhaushaltes bis zur Aufgabe der Bewirtschaftung - ausgesetzt. Aus biologischer Sicht ist ihnen die Problematik der räumlichen Isolation gemeinsam. Viele Gebiete sind mittlerweile Unikate mit unterschiedlichem biologischem Restpotential und spezifischen lokalen Problemen.

Die vorliegende Broschüre gibt Auskunft über Bedeutung und Gefährdung der pannonischen Feuchtwiesen, ihrer Tier- und Pflanzenwelt, und sie beleuchtet dies am Beispiel dreier gut untersuchter Feuchtwiesengebiete: Moosbrunn, Kottingbrunn und Pulkau. Sie stellt gesetzliche Schutzbestimmungen und auch strategische Ansätze für ihren Schutz und die zukünftige Entwicklung vor. Um diese umsetzen zu können, bedarf es zuerst aber der Erhaltung der bestehenden Wiesengebiete als Träger der Biodiversität. Ihre Erhaltung muss daher unbedingte Priorität haben. Zu beziehen ist die Broschüre (Preis S 100,-), die heute im Rahmen einer Begehung vorgestellt wurde, bei der NÖ Naturschutzabteilung, Landhausplatz 1/16, 3109 St. Pölten, Tel.:
02742/200/5213.
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