Als die Braunsberger evangelisch waren und Khlesl Pfarrer

Museumsdorf Niedersulz: Lutherische Kapelle und Bibelgarten

St.Pölten (NLK) - Einen historisch bedeutenden Zuwachs erhielt das Museumsdorf Niedersulz: Dort, wo sich die Kellergasse in den "Schmalzberg" und in die "Hintausgasse" teilt, steht jetzt eine lutherische Kapelle, ein einfaches Gebäude mit einem halbrunden, apsisartigen Anbau. Sie hatte in Niederfellabrunn (Pfarre Niederhollabrunn) einst zur Herrschaft Braunsberg gehört, wurde später, im Zuge der Gegenreformation, profaniert, dann zum Jägerhaus umgestaltet, später auch zu Wohnzwecken verwendet und hatte zuletzt als Geräteschuppen gedient. Nun wurde sie abgetragen und als bedeutendes Zeitdokument ins Museumsdorf Niedersulz übertragen. In Niederhollabrunn war nämlich ab 1586 der spätere Kardinal Khlesl, der als Gegenreformator in die Kirchengeschichte eingegangen ist, Pfarrer gewesen.

Am 12. September 1999 erfolgt die Eröffnung der Kapelle am neuen Standort durch den evangelischen Superintendenten von Wien, Mag. Werner Horn. Der Kirchenhistoriker Univ. .Prof. Dr. Gustav Reingrabner gestaltete in der Kapelle die Dokumentation "Evangelisch im Weinviertel - Vergangenheit und Gegenwart", die gleichzeitig mit einem Fachvortrag des Theologen eröffnet wird. Vor der Kapelle wurde ein Bibelgarten gepflanzt, der alle jene Pflanzen aufweist, die in der Bibel erwähnt werden. Er soll Begegnungsstätte aller Konfessionen sein, die sich an der Bibel orientieren.

Die Lehre Luthers hatte im Weinviertel viele Anhänger. Vom Ende des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts hatten sich viele Grundherren und deren Untertanen vom katholischen Glauben ab- und den Protestanten zugewandt. Unter den Habsburgern tat die Gegenreformation unter Kardinal Melchior Khlesl ein gründliches Werk, der Protestantismus wurde stark zurückgedrängt. Freiheit der Religionsausübung gewährte erst das Toleranzpatent Kaiser Joseph II. 1781. Heute gibt es in der Pfarre Stockerau 945 evangelische Christen, in Korneuburg 1.145 und in Mistelbach 875.

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