28 Wohnungen in Lichtenwörth werden übergeben

Ein Beitrag zur Revitalisierung der Nadelburg

St.Pölten (NLK) - Landesrätin Traude Votruba und der Vorsitzende der Gewerkschaft für Privatangestellte, Hans Sallmutter, werden am Freitag, 3. September, um 15 Uhr, in Lichtenwörth, Bezirk Wiener Neustadt, die Schlüsselübergabe für 28 Wohnungen durchführen. Es handelt sich um einen Neubau am Ufer der Warmen Fischa in der sogenannten "Nadelburg", ein altes, revitalisiertes Fabriksgelände in der Nähe des Lichtenwörther Villa-Teiches auf einem parkähnlichem Grundstück. Bauherr ist die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte.

Die Nadelburg war früher ein historisch bedeutungsvolles Fabriksgebäude mit Häusern für die Arbeiter, die zur Zeit Kaiserin Maria Theresias angelegt wurden. In dieser Fabrik wurden unter anderem Nadeln für den privaten und den industriellen Gebrauch hergestellt. 1747 wandte sich der Müller Christian Zug aus Lichtenwörth an die Kaiserin und ersuchte um die Gewährung eines "landesfürstlichen Privilegiums zur Errichtung einer Nähnadelfabrik mit Drahtzug". Trotz großzügiger Unterstützung durch den Hof war das Projekt schließlich zum Scheitern verurteilt, sodaß das Werk vom Staat übernommen werden mußte. Zug wurde ausbezahlt und war staatlicher Fabriksverwalter. 30 Wohnhäuser, eine Kantine und eine spätbarocke Kirche, die heute noch den Kern der Nadelburg bilden, wurden errichtet. Später geriet das Unternehmen immer wieder in ernste wirtschaftliche Krisen. Die Fabrik wurde an den Grafen Batthyani verkauft, der enorme Lohnkürzungen vornahm, aber dennoch die vereinbarten Kaufraten schuldig blieb, sodaß die Fabrikssiedlung wieder vom Staat übernommen wurde. Die Beschäftigung von Kindern blieb auch unter Joseph II. eine wichtige Maßnahme. Nur allmählich wurden die Zeiten besser. Mehr als hundert Jahre war die Fabrik dann im Besitz der Fabrikantenfamilie Hainisch. Damals erlebte die Nadelburg auch Zeiten der wirtschaftlichen Hochblüte. 1930 wurde der Betrieb stillgelegt. Bis 1938 diente die Fabrik mehreren Firmen als Produktionsstätte, dann bedeutete der Einmarsch der deutschen Truppen und die Arisierung endgültig das "Aus".

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