Kein Geld für seltene Tiere- und Pflanzen!? WWF fordert Verdoppelung des Naturschutzbudgets

Wien (OTS) - Mehr als ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten Österreichs ist bereits ausgestorben oder stark bedroht. Trotz dieser alarmierenden Zahlen, gibt es kaum Geldmittel für den Schutz bedrohter Arten. Die für den Naturschutz ja zuständigen -Bundesländer stellen gerade 366 Millionen für Naturschutz bereit, davon werden gar nur 32 Mio. für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten aufgewendet. Der WWF stellt daher die Forderung, die bisherigen Naturschutzbudgets der Länder zu verdoppeln und daraus rund 500 Mio Schilling für gefährdete Arten zu Verfügung zu stellen. Die Forderung nach mehr Geld wird auch von der Bevölkerung unterstützt. Eine aktuelle Meinungsumfrage des Fessel Instituts beweist: 97% der ÖsterreicherInnen halten Artenschutz für sehr wichtig oder wichtig. 83 % sind dafür, daß mehr öffentliche Gelder für den Artenschutz zur Verfügung gestellt werden.

Der WWF fordert nun ein österreichweites und länderübergreifendes Artenschutz-Programm. "Bisher gibt es lediglich einzelne Projekte für gefährdete Arten", schildert der WWF Artenschutz- Experte Dr. Gerald Dick die Situation, "den großen Ansatz, nämlich ein bundesweites Artenschutzprogramm, in dem Prioritäten, Zuständigkeiten und Finanzierung geklärt sind, vermissen wir aber schmerzlich."

Vor allem die Finanzierung bereitet dem Artenschutz-Experten Kopfzerbrechen. Stehen doch bisher nur 32 Mio. Schilling für die Förderung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. "Betrachtet man die Ausgaben der Bundesländer im Bereich Naturschutz so kommen einem Zweifel, ob unser Naturerbe wirklich den ihm gebührenden Stellenwert erhält, der ihm auch in der Meinung der Bevölkerung zukommt" seufzt Dick.

Öffentliche Meinung versus politischem Willen "Die Meinungsumfrage beweist uns: ein "Artenreiches Österreich" ist ein Herzensanliegen der Österreicher" leider nicht so der Politiker. Das spiegelt sich auch darin wieder, daß z.T. hochengagierte Mitarbeiter in den Naturschutzabteilungen eigentlich mit einem Taschengeld haushalten müssen", ortet Gerald Dick einen dringenden Handlungsbedarf in den Landesregierungen. Der WWF fordert daher die Verdoppelung der bisherigen Naturschutzbudgets, und die zur Verfügungstellung von rund 500 Mio. Schilling für ein österreichweites und langfristig abgesichertes Artenschutzprogramm.

Forschung, Monitoring und Maßnahmen Artenschutzprogramm Zur Ausgangssituation: In Österreich sind aktuell rund 4000 Tier- und Pflanzenarten bedroht. Nur Schutzgebiete auszuweisen ist für den Erhalt dieser Arten zuwenig. Zahlreiche Tiere und Pflanzen brauchen darüberhinaus spezielle Maßnahmen um Überleben zu können. Seine Vorstellungen von einem effektiven Artenschutzprogramm beschreibt Gerald Dick so: "Ein österreichweites Programm muß Grundlagenforschung mit ständiger Bestandskontrolle seltener Arten verbinden, damit im Notfall schnell eingegriffen werden kann. Für gefährdete Arten sollte es länderübergreifende und langfristig abgesicherte Projekte beinhalten."

Heute werden bestenfalls kleine isolierte Projekte durchgeführt, für viele davon ist zudem die Finanzierung (hier kann der Bär als Beispiel dienen) noch nicht ausreichend gesichert. Von einem umfassenden Artenschutzprogramm ist Österreich noch meilenweit entfernt.

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