Dirnberger warnt vor genereller Einführung der Sonntagsarbeit

Von Teilzeitjobs kann niemand leben, aber sie ruinieren Vollzeitarbeitsplätze

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Pressegesprächs der AK-NÖ nahm auch deren Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) zur Sonntagsarbeit Stellung. Dirnberger begrüßt das Ergebnis einer AK/GPA-Umfrage, wonach 80% der Handelsangestellten Sonntagsarbeit ablehnen, doch "viel wichtiger sei die Meinung der gesamten Bevölkerung dazu". Deren Einstellung sei ebenfalls eindeutig, so Dirnberger, denn nach einer jüngst veröffentlichten Studie sprechen sich nur 10 % der Österreicher für ein Offenhalten der Geschäfte am Sonntag aus.

Dirnberger: "Die Österreicher haben erkannt, dass ein Offenhalten der Geschäfte am Sonntag im Handel bald eine generelle, für alle gültige Arbeit am Sonn- und Feiertag zur Folge hätte. Zum Beispiel müssten die Kinder der Handelsangestellten, die vorwiegend Frauen sind, auch am Sonntag in Kindergärten betreut werden, und so weiter und so fort bis Banken, Versicherungen, Ämter, Behörden etc. am Sonntag offen hielten. So eine Entwicklung lehnen wir klar ab." Dirnberger bekräftigt, dass auch künftig nur in jenen Bereichen am Sonntag gearbeitet werden sollte, die in erster Linie der Aufrechterhaltung von grundsätzlichen Strukturen des Staates, also Gesundheit, Sicherheit, Verkehr, dienen. Sicher gibt es auch andere Bereiche, in denen heute schon am Sonntag gearbeitet wird, wie z.B. in den Medien, aber dort gibt es Sonntagszuschläge (150% und ein freier Tag), die in der restlichen Wirtschaft unmöglich sind.

Situation für Handelsangestellte ist oft unerträglich Dirnberger verweist auf die schon jetzt oft unerträgliche Situation der Angestellten im Handel: "Die grundsätzlich schon schlechte Bezahlung wird durch unbezahlte Überstunden noch schlechter. Der angebotene Freizeitausgleich kann oft gar nicht konsumiert werden, weil sonst Kollegen alleine im Geschäft stünden, und die wenigsten als unkollegial gelten wollen. Schlimm auch die Situation vieler Teilzeitbeschäftigter im Handel. Durch unbezahlte Überstunden arbeiten sie oft gleich lange wie Vollzeitarbeitskräfte, erhalten aber nur einen Teil von deren Bezahlung. Das ist einträglich für die Handelsketten, aber höchst unanständig."

Utl.: "Teilzeit" ist oft nur Etikettenschwindel der Konzernmanager Dirnberger spricht sich auch klar gegen den Trend vieler Handelsketten, Teilzeitjobs anzubieten, aus. "Von Teilzeitjobs und den dabei meist unbezahlt zu leistenden Überstunden kann niemand wirklich leben. Da haben die Konzernmanager wieder einen Trick gefunden, viel arbeiten zu lassen, bei wenig Bezahlung. Vielfach scheuen sie sich nicht einmal, das als für Frauen besonders günstig darzustellen. Doch das ist reinster Etikettenschwindel."

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