GPA-SchülerInnen für Förderung aller SchülerInnen

Begabtenförderung darf nicht Ersatz für schulpolitische Reformen sein

Wien (GPA/ÖGB). Skeptisch sehen die GPA-SchülerInnen die aktuelle Diskussion um die Sir-Karl-Popper-Schule in Wien. "Einerseits sind wir klar dafür, begabte SchülerInnen zu fördern. Allerdings darf auf den Großteil der SchülerInnen nicht vergessen werden”, meint Eva Scherz, Referentin der GPA-SchülerInnen. ++++

Man sei massiv gegen eine 2-Klassen-Bildung, wie sie sich nun zu entwickeln scheint: Die einen sitzen mit 35 KlassenkollegInnen in einer überfüllten, schlecht ausgestatteten Klasse - die anderen werden zu vierzehnt von ausgesuchten LehrerInnen und mit voller Einbindung neuer Medien unterrichtet. "Es ist schlichtweg unfair”, ist Scherz überzeugt, "wenn man sich um 60 Begabte mehr den Kopf zerbricht als um 1,2 Millionen österreichischer SchülerInnen".

Die GPA-SchülerInnen fordern deshalb,

o dass neue Lern- und Organisationsformen auch an "normalen” Schulen ausprobiert werden,
o die Übernahme der in der Popper-Schule bestehenden Verbesserungen (Coaches für eine kleine Gruppe von SchülerInnen statt Klassenvorstandssystem, bessere Ausstattung, Lernmethoden) für alle SchülerInnen sowie
o die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl für eine bessere Betreuung der SchülerInnen.

Bildungspolitische Sandkastenspiele wie die Popper-Schule sollen nicht zu wichtig genommen werden. "Wenn in den Konzepten des Unterrichtsministeriums neben kosmetischen Korrekturen nur noch die Begabtenförderung zu finden ist, stellt das eine bildungspolitische Bankrotterklärung dar. Reformen und Innovationen müssen allen SchülerInnen zugute kommen - nicht nur einer kleinen Gruppe ‘Hochbegabter’”, stellt Schülergewerkschafterin Scherz klar. (Bac-)

ÖGB, 1. September 1999 Nr. 411

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