ots Ad hoc-Service: Brilliant AG <DE0005272702> Ermäßigter Umsatz durch inländische Kaufzurückhaltung / Zwischenbericht der Brilliant AG zum 30.06.1999

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Die für die Brilliant AG unerwartete Kaufzurückhaltung im deutschen Einzelhandel im I. Halbjahr 1999 direkt im Anschluß an die Rekordumsätze des letzten Quartals 1998 zeichnete verantwortlich für den Rückgang der Inlandsumsätze um 9,3% auf DM 47,0 Mio. Da jedoch die Exportumsätze ihr langjähriges Wachstum mit 3,7% auf DM 35,2 Mio. fortsetzten, ermäßigte sich der Gesamtumsatz nur um 4,1% auf DM 82,1 Mio.

Allerdings spiegeln sich die Probleme des Einzelhandels im Rückgang der In- landsumsätze nur bedingt wider, da durch gezielte Neuakquisitionen die Kunden- basis verbreitert werden konnte. Diese Anstrengungen und der durch die Branchenprobleme beschleunigte Margenverfall haben sich jedoch auf die Entwicklung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit niedergeschlagen, wie es bereits auf der Hauptversammlung erwartet wurde. Überproportional sinkt es auf DM 1,9 Mio., d. h. auf 42,0% des Vorjahres.

Aufgrund der aus steuerlichen Aspekten vollzogenen Vollausschüttung im Juni und dem Anstieg der Vorräte haben sich die Bankverbindlichkeiten um DM 8,2 Mio. auf DM 28,0 Mio. erhöht. Die Eigenkapitalquote ist um 3,9 Prozentpunkte auf 47,7% gefallen.

Durch die in diesem Jahr früh einsetzende und anhaltende Sommerhitze läßt sich nur ein Teil der Kaufzurückhaltung im Einzelhandel erklären. Deutlich klarer zeichnen sich nunmehr die Strukturprobleme im Handel ab, ausgelöst durch das Überangebot an Einzelhandelsfläche und die damit sinkende Flächenproduktivität. Die verstärkte Hinwendung zu Discount-Konzepten oder weitere Preissenkungen werden kurzfristig nur bedingt Abhilfe schaffen.

Brilliant wird sich auf die anstehende Umstrukturierung und anhaltende Konzen- tration im Handel nunmehr verstärkt einstellen. Innerhalb der Branche verfügt die Firma diesbezüglich über vergleichsweise gute Voraussetzungen hinsichtlich Marketing Mix, Infrastruktur und Organisation. Auch wurde Mitte des Jahres eine integrierte Software für die ganze Firma eingeführt, die die Jahr-2000- Fähigkeit sicherstellt.

Da auch der Juli und August hauptsächlich wettermäßig keine Trendwende im Nach- frageverhalten der Kunden gebracht haben, sieht der Vorstand noch kein Anziehen des inländischen Konsums im II. Halbjahr 1999. Umgekehrt sind weitere Kostensteigerungen auf Grund fallender Durchschnittsaufträge und einem voraus- sichtlich weiterhin ungünstigen Produktmix kurzfristig nur bedingt abzustellen. Deshalb wird es auch in der zweiten Jahreshälfte schwierig werden, an das Vorjahresergebnis anzuschließen, so daß es insgesamt zu einem wesentlichen Rückgang kommen wird.

Nach einem Rekordjahr in 1998 ohne jegliche Änderung des Marketing Mix stellt eine solche Entwicklung eine neue Herausforderung für die gesamte Firma dar. Die gegenwärtige Konsolidierungsphase wird jedoch dazu genutzt werden, die Firma für die Zukunft neu zu positionieren.

Der Vorstand

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