Hager: Kindesmißbrauch: "Chemische Kastration" ist nicht die Lösung!

Wien, 1999-08-30 (fpd) - Der Vorschlag der ÖVP - Justizsprecherin sei ein alter Hut, meinte heute der freiheitliche Europaabgeordnete und Strafrechtsexperte Prof. Dr. Gerhard Hager.****

Seit 1975 sei es nach dem Gesetz (§ 51 Abs 3 StGB) möglich, Rechtsbrechern anläßlich der bedingten Strafnachsicht oder der bedingten Entlassung mit ihrer Zustimmung die Weisung zu erteilen, sich - operative Eingriffe ausgenommen - einer medizinischen Behandlung zu unterziehen. Abgesehen von der medizinisch umstrittenen Effizienz sei davon im Sinne des Vorschlages der Justizsprecherin bisher wegen der mangelnden Kontrollmöglichkeiten kein Gebrauch gemacht worden. Wenn der bedingt entlassene Rechtsbrecher nämlich die ihm erteilte Weisung nicht einhalte, könne zwar die bedingte Entlassung widerrufen werden, dem neuen Verbrechensopfer, das er inzwischen mißbraucht, nütze das leider nichts.

"Die Justizsprecherin der ÖVP hätte besser daran getan, die jährlichen täterfreundlichen Novellen nicht mitzutragen, dann stünden wir heute nicht vor diesem Problem!", schloß Hager. (Schluß)

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