Kinderschutz: Riess-Passer lehnt fragwürdige Experimente ab

Schutz unserer Kinder hat Vorrang vor Hafterleichterungen für Täter

Wien, 1999-08-30 (fpd) - Anstatt die Kinder vor Mißbrauch zu schützen, suche die ÖVP einzig und allein nach Möglichkeiten, wie die Täter zu kürzeren Haftstrafen kommen könnten, reagierte heute die geschäftsführende Bundesobfrau der Freiheitlichen und NR-Spitzenkandidatin für Tirol, Dr. Susanne Riess-Passer, auf die Vorschläge von VP-Politikern zur "chemischen Kastration". ****

Die derzeitige Rechtsprechung allein zeige schon, welch geringen Stellenwert das Leben und die Psyche von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft tatsächlich hätten, erinnerte Riess-Passer an Beispiele über Verurteilungen zu wenigen Monaten unbedingter Haftstrafen bei Kindesmißbrauch. "Aber statt sich darüber Gedanken zu machen, welchen seelischen Qualen Kinder ausgesetzt sind, die auf Schritt und Tritt ihren ehemaligen Peinigern begegnen können, werden von der ÖVP immer neue Varianten ins Spiel gebracht, wie man die Täter noch früher aus der Haft entlassen kann", zeigte sich Riess-Passer verärgert über den Vorschlag, Kindesmißbrauchstäter bei einem Einverständnis zu einer Hormonbehandlung vorzeitig zu entlassen.

Zahlreiche namhafte Experten, u.a. der anerkannte Gerichtspsychiater Max Friedrich, bezweifeln den Erfolg von "chemischen Kastrationen", da Pädophilie im Kopf entstehe und die Medikamente keinen Einfluß auf die Triebrichtung hätten, so Riess-Passer. Eine hormonelle Behandlung in Verbindung mit einer Gesprächstherapie könne daher nur eine zusätzliche Maßnahme während oder nach der Haftverbüßung sein, niemals aber ein Ersatz, ist die freiheitliche Politikerin überzeugt. Auch könne nicht garantiert werden, daß ein Mißbrauchstäter die vorgesehenen Behandlungen dann auch tatsächlich regelmäßig vornehmen lasse.

Riess-Passer bekräftigte erneut die freiheitlichen Forderungen zur besseren Bekämpfung des Kindesmißbrauchs wie beispielsweise lebenslange Freiheitsstrafe für schwere Straftaten im Bereich des Kindesmißbrauchs und der Kinderpornographie, gesetzliches Verbot vorzeitiger Haftentlassung und bedingter Strafen für Sexualstraftäter an Unmündigen sowie Bekanntmachung und lebenslange Führungsaufsicht nach der Haftentlassung für alle Personen, die wegen sexuellen Kindesmißbrauchs verurteilt wurden. ""Der Schutz unserer Kinder muß uns mehr wert sein als fragwürdige Experimente, die nur dem Täter zur vorzeitigen Haftentlassung verhelfen", betonte Riess-Passer abschließend. (Schluß)

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