"Haider ist paktfähig"

"Generalsekretär ist ein Fulltime-Job" Die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic über ihre Sympathien für Jörg Haider und die Schwächen des ÖVP-Generalsekretariats

Wien (OTS) - In einem Interview mit der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT findet die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ÖVP) lobende Worte für ihren Kärntner Amtskollegen FPÖ-Obmann Jörg Haider: 'Ich finde, daß er sich sehr für sein Land und für den Süden Österreichs einsetzt. Er ist jemand, der für etwas kämpft. Ich persönlich habe keine schlechte Erfahrungen mit ihm.'

Klasnic spricht sich für das Offenhalten der schwarz-blauen Option aus. Es gebe in der ÖVP 'so etwas wie eine neue Offenheit'. 'Die FPÖ ist eine demokratische Partei und damit verhandlungsfähig.' Die umstrittenen Aussagen Jörg Haiders gehören für sie der Vergangenheit an: 'Man muß auch sehen, daß er jetzt Landeshauptmann ist. Ich habe das Gefühl, das hat die Welt für ihn ziemlich verändert.'

Auf die Frage, ob der FPÖ-Chef paktfähig sei, antwortet Klasnic:
'Ja. Ich habe mit ihm immer gut zusammen gearbeitet.'

Klasnic verlangt von der künftigen Regierung die Schaffung eines 'Infrastrukturministeriums': 'Schiene, Straße, Flug und Telekom gehören vernetzt.-

Vom Gang in die Opposition rät sie ihrer Partei ab: 'Wir sind unserem Wesen nach eine Verantwortungspartei.' Kritik übte Klasnic am Familien-Wahlslogan der ÖVP und an der gesamten Werbelinie. Sie habe mit den Plakaten ihrer Partei 'ein Problem'. Klasnic: 'Da steht zwar viel drauf, aber ich habe einige Zeit gebraucht, um festzustellen, was zu welcher Partei gehört. Außerdem finde ich die Form, wie die Koalitionspartner einander abwerten, entbehrlich. Wenn man mit jemandem zusammenarbeitet, und eigentlich auch morgen mit ihm weiter arbeiten will, sollte man ihm nicht in den letzten Wochen eine auf den Kopf knallen.' Für die Kandidaten-Liste zur Nationalratswahl, die die ÖVP am 2. September vorstellt, deponiert Klasnic eine klare Forderung an Bundesparteiobmann Wolfgang Schüssel. Sie selbst habe auf der steirischen Landesliste drei Frauen an die vordersten sicheren Listenplätze gereiht, gefolgt von drei Männern. Der Rest der Liste ist nach dem 'Reißverschlußsystem' erstellt. Von der Bundespartei erwartet sich Klasnic 'ein ähnliches Signal'.

Unverhohlene Kritik übte die steirische Landeshauptfrau am ÖVP-Generalsekretariat: Die 'Doppellösung Rauch-Kallat/Karas' sei von vornherein problematisch gewesen: 'In einer Partnerschaft muß es einen Chef geben, der in strittigen Situationen entscheidet. Wenn zwei starke Charaktere da sind, wird es schwierig.' Zu einem möglichen weiteren Verbleib Rauch-Kallats im Generalsekretariat der ÖVP sagte Klasnic: 'Ich glaube, daß die Maria Rauch-Kallat eine wirklich gute Politikerin ist. Aber sie ist auch ÖVP-Frauenchefin und sitzt auch im Parlament.- Klasnic: 'Wenn Du überall ganze Arbeit bringen willst, ist das schwer. Man kann nur eine Aufgabe zu 100 Prozent erledigen. Generalsekretär ist ein Fulltime-Job.'

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