Replik der Wiener Gebietskrankenkasse auf die Aussagen des Präsidenten der Wiener Ärztekammer

Ärztedichte in Wien

Wien (OTS) - Mit Erstaunen nahmen heute die Verantwortlichen der Wiener Gebietskrankenkasse die APA/OTS-Aussendung des Präsidenten der Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner, daß die Wiener Gebietskrankenkasse zu wenig Verträge den Ärzten anbietet, zur Kenntnis.

Laut Präsident Prim. MR Dr. Dorner wären in Wien die Ordinationen von Versicherten überfüllt, da es zu wenige Vertragsärzte in Wien gäbe, obwohl eine große Anzahl von praktischen Ärzten und Fachärzten auf einen Kassenvertrag wartet. Mit Erstaunen deshalb, da dem Präsidenten der Ärztekammer für Wien genauso wie der Wiener Gebietskrankenkasse die Zahl jener Ärzte, die mit der Wiener Gebietskrankenkasse ein Vertragsverhältnis haben, bekannt sein müßten.

Nun zu den Fakten:

Wien hat derzeit ca. 1,6 Millionen Einwohner, davon entfallen auf die Wiener Gebietskrankenkasse rund eine Million Versicherte. Für diese eine Million Menschen bietet die Wiener Gebietskrankenkasse 834 Praktiker, 967 Fachärzte und 760 Vertragsfachärzte für Zahn-, Mund-und Kieferheilkunde, das sind insgesamt 2.561 Ärzte mit einem Vertragsverhältnis zur Wiener Gebietskrankenkasse. Dies ist die höchste Ärztedichte im Vergleich zu allen anderen Bundesländer. Als Beispiel gerechnet je Arzt für 100.000 Einwohner hat Niederösterreich - als Bundesland mit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte - bei den Praktikern um 3,8 Prozent, bei den Fachärzten um 52 Prozent und bei den Vertragsfachärzten für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde um 36 Prozent weniger an Ärztedichte für die Bevölkerung Niederösterreichs als Wien.

Wien hat im Durchschnitt eine um 33 Prozent höhere Ärztedichte als alle anderen österreichischen Bundesländer.

Aus diesen Zahlen läßt sich erkennen, daß es in Wien, im Vergleich zum gesamtösterreichischen Durchschnitt, den geringsten Handlungsbedarf gäbe. Zusätzlich ist in Wien der Ambulanzbereich einerseits durch die eigenen Einrichtungen der Wiener Gebietskrankenkasse und andererseits durch die hohe Dichte von Spitälern ein wesentlich besserer als der in anderen Bundesländern.

Es wäre der Ärztekammer für Wien zu raten, gemeinsam mit den anderen Länderkammern und der Österreichischen Ärztekammer sich Gedanken zu machen und auch Vorschläge einzubringen, wie jene Bereiche in Österreich, wo es tatsächlich eine Unterversorgung gibt, die ausgebildeten Ärzte zu veranlassen, sich in diesen Gebieten niederzulassen und bei den dortigen Sozialversicherungsträgern um Verträge anzusuchen.

Das wäre laut Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, ein effizienteres Ziel für den Präsidenten der Wiener Ärztekammer, als populistisch - anders kann man seine Aussage nicht werten - der Wiener Gebietskrankenkasse vorzuwerfen, daß sie zu wenig Verträge vergeben hätte.

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