OTS-Aussendung als Ergänzung zu ORF ZIB2 vom 18.8.1999 "Lainzer - Wienerwald-Tunnel"

Wien (OTS) - Im oben bezeichneten ZIB2-Beitrag äußerten wir als Anrainer, daß der Zugsverkehr im Lainzer Tunnel infolge des geringen Abstandes zur Wohnbebauung, insbesondere in Verbindung mit Weichenanlagen, für uns Anrainer eine erhebliche Gefahr bedeutet.

Die Gründe für diese Gefährdung liegen auf der Hand:

Der Lainzer Tunnel - eine Röhre mit zwei Gleisen - ist für gemischten Verkehr (Personen- und Güterzüge sind gleichzeitig im Tunnel) vorgesehen.

Infolge Gegenverkehrs im Doppelspurtunnel steigt die Ereigniswahrscheinlichkeit für die Unfallarten Zugzusammenstoß, Entgleisung, Brand nach Zugunfall und Freisetzung gefährlicher Stoffe mindestens um den Faktor 2, die Schadfolge um den Faktor 4.

Dazu kommen in diesem Tunnelsystem unverhältnismäßig viele Weichen (gezählte 30), die jede für sich eine weitere Erhöhung des Unfallrisikos darstellt.

Bei Vollauslastung sind z.B. für den Bereich Purkersdorf (mit einer Weichenanlage) bis 350 Züge / Tag geplant. Die Unfallart "Zusammenstoß" stellt mit ca. 40% den größten Anteil an den Unfallarten dar. Wenn es zu einem Zusammenstoß bei Gegenverkehr oder zu einem Brand kommt, werden aber die dabei auftretenden Kräfte sehr wohl die Tunnelwände beschädigen und die angrenzenden Gebäude gefährden.

Die MA 68 (Feuerwehr) setzt vorrangig auf Maßnahmen zur Selbstrettung nach einem Unfall - nicht auf dessen Verhinderung und Reduktion der Eintrittswahrscheinlichkeit. Für Selbstrettung und zum Überleben ist weitgehend rauchfreie Luft erforderlich. Der Tunnel weist jedoch kein Entlüftungssystem auf. Feuerwehrleute dürfen nur

Wie die Passagiere nach einem Brand- oder Freisetzungsunfall im verqualmten Tunnel sich zu den Notausstiegen "selbstretten" sollen, bleibt nach den Erfahrungen beim Brand im Tauerntunnel dahingestellt.

Wenngleich Dr. Ostermann versichert, daß im Falle eines Brandes der Zug in einem Flash-Over den Tunnel verlassen kann, bleibt unbeantwortet, wie ein Zug im Tunnel bei Stromlos-Schaltung den Tunnel verlassen kann, wenn doch der tiefste Punkt des Tunnels im mittleren Bereich liegt und eine 10%-Steigung bis zum Tunnelausgang zu überwinden ist.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadensfolgen eines Unfalles ließen sich wesentlich reduzieren, wenn ... ja wenn ein zweiröhriges System mit Querschlägen und Notausstiegen angeordnet würde.

Verantwortlich für Rettungsmaßnahmen ist die Feuerwehr, das Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist für die Sicherheit zuständig.

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