Drogen: Anzeigenrückgang um sechs Prozent in NÖ

Aufklärung und Vorbeugung haben Vorrang

St.Pölten (NLK) - Niederösterreich verzeichnete 1998 im Drogenbereich einen Rückgang bei Anzeigen um 6 Prozent gegenüber 1997. Damit liegt Niederösterreich im Bundestrend, jedoch gibt es starke regionale Schwankungen zwischen den Bundesländern. Hauptsächlich verantwortlich für den Rückgang sind Verbrechensanzeigen. Das geht aus dem jüngsten Drogenbericht der Zentralstelle für Suchtmittelbekämpfung hervor. "Trotz dieser erfreulichen Entwicklung achten wir auf den Cannabiskonsum. Cannabis ist zwar eine ‚weiche Droge‘, aber sie senkt die Hemmschwelle für ‚harte Drogen‘", erklärt NÖ Drogenkoordinator Dr. Gerald Bachinger. Ein Ansteigen sei nach wie vor beim Konsum von Designerdrogen wie Ecstasy zu beobachten. Bachinger: "Trotzdem hat Niederösterreich einen weiteren Rückgang bei Drogentoten zu verzeichnen. 1998 starben 11 Menschen an Drogen oder an Folgeerkrankungen." Niederösterreich setzte mit Hilfe der NÖ Fachstelle für Suchtvorbeugung zahlreiche Aktivitäten bei der Primärprävention, beispielsweise Aufklärungsarbeit in den Schulen und Jugendzentren. Für Jugendliche, die gefährdet sind, wird es in Zukunft verstärkte Betreuung geben. So würden bei Raves oder anderen Parties Beratungen geboten und Streetworker eingesetzt.

"Drogenpolitik darf nicht an den Toren von Gefängnissen enden und als Steigerung von Strafandrohungen verstanden werden", betonte heute Landesrat Dr. Hannes Bauer. Wichtig seien vor allem Aufklärung, Prävention und die Verfolgung von Drogenkonsum und Drogenkriminalität. "In Niederösterreich forcieren wir in diesem Zusammenhang familienbegleitende Maßnahmen, Beratungen und die psychologische Betreuung", unterstrich der Gesundheits-Landesrat. Für die Drogenkonsumenten sei vor allem eine umfassende Therapie wichtig. "Strafen für Jugendliche sind keine alleinige Antwort", schlägt auch Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop in diese Kerbe. In Niederösterreich habe man sich dem Motto "Vorbeugen ist besser als strafen" verschrieben. Eine Legalisierung von verbotenen Drogen kommt für beide Politiker nicht in Frage.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2172Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK