VP-Strobl präsentiert Leitlinien der Wiener ÖVP für die Bildungspolitik im kommenden Schuljahr

Gesamtschule ist der falsche Weg

Wien (ÖVP-Klub) Erfreut zeigte sich ÖVP-Bildungssprecher LAbg. Walter STROBL über die derzeitige Diskussion zum Thema Gesamtschule: "Es ist erfreulich, wenn sich Präsident Scholz nun schon mehrfach zu einem Nein für eine Wiener Gesamtschule ausgesprochen hat. Das entspricht der ÖVP Linie. Wir haben uns immer zu Schulversuchen bekannt."***

Die ÖVP steht für einen Pädagogischen Markt. Dabei geht es um eine gesicherte Vielfältigkeit des Angebots, um freie Wahlmöglichkeiten der Eltern und Schüler und um keine Zwangsbeglückungen. "Es ist gut, wenn die SPÖ nun auch auf diesen Weg schwenkt", zeigte sich STROBL mit der Entwicklung in Wien zufrieden.
Aufgrund einer ÖVP-Initiative gibt seit Herbst 1998 neben dem von der SPÖ präferierten Schulverbundmodell nun auch neue Angebote, wie z.B. die Begabungsdifferenzierte Kooperationsschule am Standort der Hauptschule: Mehrere Hauptschulen kooperieren mit weiterführenden Schulen, Lehrer dieser Partnerschulen unterrichten in Schwerpunktgruppen an der Hauptschule. Dadurch ist je nach Begabungsschwerpunkt ein direkter Weg von der Hauptschule zur Matura oder in eine berufsbildende mittlere Schule oder in die Berufsschule möglich. "Wir werden alles daran setzen, diesen Schulversuch zu dem von der ÖVP schon mehrfach geforderten "Schulversuch Realschule" mit dem Abschluss einer "Mittleren Reife" auszubauen", betonte STROBL.

Integration von Ausländern durch Schulvorbereitungsjahr im Kindergarten Insgesamt verlaufe die Integration von Ausländern in Wiens Schulen recht gut. STROBL ortet aber Probleme bei Quereinsteigern und bei Schulanfängern. Um vor allem den Schulanfängern eine besseren Einstieg zu ermöglichen, wäre es sinnvoll, bereits im Vorschulalter mit der Integration und dem Spracherwerb zu beginnen. "Wir werden uns für ein "Schulvorbereitungsjahr" im Bereich des Kindergartens einsetzen. Dazu gibt es in Wien auf Privatinitiave bereits sehr erfolgreiche Erfahrungen", STROBL dazu.

Objektivierung im Wiener Stadtschulrat In der Frage der Objektivierung wiederholte STROBL die grundsätzliche Übereinstimmung mit dem Koalitionspartner, was die Weiterentwicklung des bestehenden Verfahrens zu einem Assessmentverfahren und die Ausweitung der Mitwirkung der Schulpartner betrifft. Als aufklärungsbedürftig bezeichnete STROBL die bisherigen Abläufe rund um die Ausschreibung eines Fachinspektors für Leibesübungen. "Ich werde darauf bestehen, daß auch diese Funktion nach dem neuen Verfahren besetzt wird." STROBL erwartet bis zur Sitzung des Kollegiums eine Klarstellung des Präsidenten. Darüber hinaus verlangt STROBL vom Wiener Stadtschulrat ein Gesamtpaket für alle Personalentscheidungen. Neben der Objektivierung der Lehrerfunktionen, sollen auch klar und eindeutig die Neulehrereinstellungen, die Vertragsverbesserungen und die schulfesten Lehrerstellen sowie die Posten im Bereich der Lehreraus-und -fortbildung nachvollziehbar als Verfahren aufgezeigt werden.

Schulentwicklungsplan für Wien Nachdem nun seit Herbst 98 die Generalsanierung der Wiener Pflichtschulen begonnen wurde, ortet Strobl Handlungsbedarf im Bereich des bereits beschlossenen Schulentwicklungsplanes für Wien: "Wir haben nur mehr eineinhalb Jahre Zeit, um das Koalitionsprogramm zu erfüllen. Wien braucht, so wie alle mitteleuropäischen Großstädte dies bereits schon haben, einen genauen Schulentwicklungsplan, aus dem ersichtlich ist, wo welches Angebot gebraucht wird, welche Räumlichkeiten in welchem Ausmaß ausgelastet sind, bis hin zur genauen Kostenaufstellung. Der Schulentwicklungsplan ist ein wichtiges Instrument einer seriösen Stadtplanung und ist durch die zuständige Magistratsabteilung 56 umzusetzen."

Reform der Schulverwaltung Erfreut und glücklich zeigte sich der ÖVP-Bildungssprecher über die letzten Wortspenden von Präsident Scholz zum Thema Reform der Schulverwaltung, speziell des Stadtschulrates. Schon unter dem damaligen Präsidenten Schilcher aus der Steiermark gab es eine umfassende ÖVP-Initiative zur Änderung der Schulverwaltung im Bereich der Landesschulräte. "Wenn nun Scholz überraschend auf diese Linie einschwenkt, werde ich ihn gerne unterstützen. Nur darüber reden wird aber zu wenig sein. Ich werde ihn daher einladen mit mir gemeinsam eine österreichweite Initiative zu starten, eine neue Form der schulischen Landesverwaltung zu initiieren." Da die derzeitigen Zustände in der Bundesverfassung festgeschrieben sind, wird das kein einfaches Unterfangen. Die bisherigen Initiativen sind allesamt in erster Linie am Veto der SPÖ-Vizepräsidenten in den Landesschulräten gescheitert. "Ich gehe davon aus, dass Scholz nun sein ganzes politisches Gewicht einbringen wird, um hier in der SPÖ ein Umdenken zu erreichen", so STROBL abschließend.

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