AK Test: Keime im Eisbecher

40 Prozent der Eisproben unhygienisch

Wien (OTS) – Nicht sauber genug arbeiten Wiens Eisverkäufer. Ein AK Test zeigt: in 6 von 15 Eisgeschäften stimmt die Hygiene nicht. Nicht nur Vanille, Schoko und Stracciatella sondern auch Eiterkeime, Kolibakterien, Schmutz- und Fäkalkeime fanden die AK Wien Konsumentenschützer in den Eisstanitzeln und –bechern von Wiener Eissalons und Konditoreien. Allerdings: So unappetitlich mangelnde Hygiene ist, keine der Proben mußte als gesundheitsschädlich oder verdorben nach der Speiseeisverordnung eingestuft werden. Mangelnde Hygiene ist aber gerade bei einem Produkt, das vor allem die Kinder kaufen, nicht tolerierbar, kritisieren die AK Konsumentenschützer. ****

Die Konsumentenschützer der AK Wien haben 15 Speiseeis-Gassenverkäufe in Wien genauer unter die Lupe genommen und jeweils "normale Portionen" für 2 Schleckermäuler eingekauft. Gewählt wurden aufgrund des hygienisch empfindlichen Milcheises die Sorten Vanille, Topfen und Joghurt. Geprüft wurde, wie sauber die Gassenverkäufer arbeiten und ob Verderbskeime und
Krankheitserreger im Gefrorenen vorkommen. Die Berurteilung
erfolgte aufgrund der Hygienebestimmungen der Speiseeis-Verordnung 1972.

Die gute Nachricht: Glücklicherweise wurden keine gesundheitsschädlichen oder verdorbenen Produkte gefunden.

Weniger erfreulich ist jedoch, daß 6 Eisproben die hygienische Prüfung nicht bestanden. Sie überschritten die Grenzwerte für charakteristische pathogene Keime sowie Schmutz- und Fäkalkeime, und verstoßen somit gegen die Hygienebestimmungen der Speiseeisverordnung.

Leider mußte aber in 40 Prozent der Proben eine erhöhte bakterielle Belastung festgestellt werden.

Zwei Proben enthielten sogar Eiterbakterien. In einer davon sowie
in einem anderen Produkt war Escherichia Coli nachweisbar, ein krankheitserregender Fäkalkeim. Vier Proben wiesen überhöhten Werte von Coliformen Bakterien (ebenfalls Fäkalkeime) auf – ein besonders deutliches Anzeichen für mangelnde Hygiene bei der Produktion oder im Verkauf. Als gesundheitsschädlich mußte jedoch keines der Produkte bewertet werden. Erfeulicherweise konnten in keiner Probe Salmonellen nachgewiesen werden.

Die AK Konsumentenschützer haben alle unhygienisch arbeitenden Eissalons angezeigt. Die Konsumentenschützer verlangen die strenge Einhaltung der Hygienevorschriften, dazu gehören nach der Verordnung auch eine Hygieneschulung des Personals und betriebsinterne Qualitätskontrollen.

Speiseeis ist ein besonders anfälliger Nährboden für Mikroorganismen – hygienisches Hantieren und optimale Kühltemperaturen sind für Haltbarkeit und Genußwert somit besonders wichtig. Daneben spielen natürlich auch die Reinheit der Rohstoffe und Zutaten sowie die Hygiene während der Verarbeitung eine Rolle, denn die erfrischende Köstlichkeit wird vor dem Tiefkühlen nur pasteurisiert, was nicht alle Keime abtötet. Auch das Einfrieren tötet die Keime nicht – sie werden dadurch nur träge und vermehren sich nicht weiter. Hygienische Fehler, wie zB eine unterbrochene Kühlkette, verunreinigte Spateln oder andere Arbeitsgeräte oder unsaubere Hände machen sich aber immer bemerkbar.

Daß 40 Prozent der getesteten Proben wegen mangelnder Hygienie beanstandet werden mußten, ist aus KonsumentInnensicht äußerst unbefriedigend, vor allem auch deshalb, weil 9 Eissalons zeigen, dass es auch einwandfrei hygienisch geht.

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