Der Freistädter "Skandalarzt" im NEWS-Interview: "Mir wird jetzt absichtlich alles in die Schuhe geschoben." - Harald F. nimmt erstmals ausführlich zu den Vorwürfen Stellung,

gibt aber auch Fehler zu. Vorausmeldung NEWS 34/26.8.1999

Wien (OTS) - In einem Interview in der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt Harald F., der
beurlaubte "Skandalarzt" aus dem Freistädter Krankenhaus, Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Das Protokoll seines Vorgesetzten, Primar Leithner, in dem dieser angebliche Kunstfehler und Verfehlungen F.s auflistet, bezeichnet F. als eine Ansammlung von "lauter Halbwahrheiten": "Mir wird jetzt absichtlich alles in die Schuhe geschoben." Auf die einzelnen Vorwürfe antwortet Harald F. konkret:

o An einer Stelle heißt es, daß ein Patient am falschen Knie arthroskopiert wurde. Doch da habe nicht ich operiert. Das war ein Kollege von mir."

o Zum angeblichen tödlichen Kunstfehler im Fall Rainhold Wahl:
"Der Patient ist nur unter meiner Aufsicht operiert worden, die Operation selbst hat ein Assistenzarzt durchgeführt. Das war garantiert kein Kunstfehler. Bei Wahl ist die Darmnaht aufgegangen, eine bekannte Komplikation."

o Zum Vorwurf Leithners, eine angeordnete Appendektomie zurückgewiesen zu haben, weil er einen "Rückspiegel fürs Auto zu besorgen hatte": "Leithner erstellte eine Blinddarm-Diagnose, ich habe mit der Operation begonnen. Beim Eingriff bemerkte ich, daß im Bauch des Patienten überall Krebs wuchert. Da hat es keinen Sinn, wenn ich das ganze Bauchnetz herausschneide, das bringt nichts. Daher wollte ich nicht weiteroperieren."

o Zum jüngst bekanntgewordenen Fall abgestorbener Hoden bei einem Patienten: "Da habe nicht ich operiert, sondern ein Assistenzarzt. Außerdem ist es leider eine bekannte Komplikation, daß es bei Leistenbruchoperationen zu einer Hodenatrophie, einer Verkleinerung der Hoden, kommen kann.

Einen der Vorwürfe, es handelt sich dabei um den Fall Hermine Aumayer (aufgrund einer verzögerten Diagnostik eines Darmverschlusses gestorben), bestätigt F.: "Das stimmt. Dazu darf ich mich aber nicht näher äußern."

Harald F. äußert sich im NEWS-Interview außerdem zur Person seines Vorgesetzten, Primar Leithner: "Er ist eine problematische Persönlichkeit, vorsichtig ausgedrückt. Ich habe versucht, mit ihm auszukommen - erfolglos. Leithner hat über mich und Kollegen von Anfang an Buch geführt. Das sind Stasimethoden."

Seine Kollegen stünden weiterhin hinter ihm. Harald F.: "Ich erfahre enorm viel Solidarität. Ärzte und Schwestern rufen mich zu Hause an. Auch Patienten erkundigen sich nach mir und fragen, wann ich wiederkomme."

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