- 25.08.1999, 11:12:47
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Statt Drogendealer hat man hilflose Mütter im Visier=
Wien (OTS) - Wiens Polizei versucht offensichtlich auf unfairste
Art ihre Erfolgsstatistik an Amtshandlungen zu pushen - so der
Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in einer Presseaussendung.
- Viel Mumm bedarf es wohl nicht, einer Mutter die Handschellen
anzulegen, nur weil sie mit ihren Kindern bei Rot noch in der
Kreuzung stand. Ein Offizier war bei dieser Amtshandlung wohl
überflüssig.
- Es ist auch keine Großtat, sogenannte "Schüblingen" bis zum
Todeseintritt zu verpflastern.
- Geht man aber durch Wiens Stadtpark bei hellichtem Tag, dann
stehen 50 Meter hinter dem von Touristen bevölkerten Strauß-Denkmal
die Drogendealer, die jedermann und -frau ihre "Ware" anbieten.
Drogenbekämpfung scheint demnach ein gefährlicheres Terrain zu sein,
als Müttern Handschellen anzulegen.
Polizisten scheinen sich demnach stets die am wenigsten
konfliktträchtigen Situationen für ihre Amtshandlungen auszusuchen.
Dies ist ein Befund, der im Zusammenhang mit dem von der
Gesundheitsministerin vor zwei Wochen veröffentlichten Bericht über
den Alkoholkonsum in Österreich gut korreliert: Demnach sind
Sicherheitsbeamte (Polizei, Gendarmerie, Bundesheer, etc.) die
zweitstärkste Berufsgruppe von Alkoholkonsumenten in Österreich. Sie
trinken im Schnitt nahezu das doppelte Quantum des
Durchschnittsbeschäftigten. Alkohol scheint in dieser Gruppe
offensichtlich Angstlöser zu sein - fallweise auch Mittel gegen
Langeweile im Dienst.
Der bisher sehr farblose Wiener Polizeipräsident ist daher
aufgefordert, die echten Probleme in seinem Wirkungsbereich zu orten
und abzustellen. Sonst versteht man die Aussage von Kanzler Klima in
"Zur Sache" nicht, mit der er die innere Sicherheit im Lande so
hochlobte. Aber bei dieser Sendung wurde ja nur gelobt und
bagatellisiert - um musterschülerhaft die Stunde mit Worthülsen rasch
über die Bühne zu bekommen.
Worthülsen sind bei innerer Sicherheit nicht gefragt -
Problemlösungskompetenz ist angesagt - aber nicht bei Müttern, deren
Kinder bei roter Ampel nicht von der Straße zu bewegen sind.
Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein,
Dr. Herwig Kainz,
Tel.: 01/587 36 33-30,
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at
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