Statt Drogendealer hat man hilflose Mütter im Visier

Wien (OTS) - Wiens Polizei versucht offensichtlich auf unfairste
Art ihre Erfolgsstatistik an Amtshandlungen zu pushen - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in einer Presseaussendung.

- Viel Mumm bedarf es wohl nicht, einer Mutter die Handschellen anzulegen, nur weil sie mit ihren Kindern bei Rot noch in der Kreuzung stand. Ein Offizier war bei dieser Amtshandlung wohl überflüssig.

- Es ist auch keine Großtat, sogenannte "Schüblingen" bis zum Todeseintritt zu verpflastern.

- Geht man aber durch Wiens Stadtpark bei hellichtem Tag, dann stehen 50 Meter hinter dem von Touristen bevölkerten Strauß-Denkmal die Drogendealer, die jedermann und -frau ihre "Ware" anbieten. Drogenbekämpfung scheint demnach ein gefährlicheres Terrain zu sein, als Müttern Handschellen anzulegen.

Polizisten scheinen sich demnach stets die am wenigsten konfliktträchtigen Situationen für ihre Amtshandlungen auszusuchen. Dies ist ein Befund, der im Zusammenhang mit dem von der Gesundheitsministerin vor zwei Wochen veröffentlichten Bericht über den Alkoholkonsum in Österreich gut korreliert: Demnach sind Sicherheitsbeamte (Polizei, Gendarmerie, Bundesheer, etc.) die zweitstärkste Berufsgruppe von Alkoholkonsumenten in Österreich. Sie trinken im Schnitt nahezu das doppelte Quantum des Durchschnittsbeschäftigten. Alkohol scheint in dieser Gruppe offensichtlich Angstlöser zu sein - fallweise auch Mittel gegen Langeweile im Dienst.

Der bisher sehr farblose Wiener Polizeipräsident ist daher aufgefordert, die echten Probleme in seinem Wirkungsbereich zu orten und abzustellen. Sonst versteht man die Aussage von Kanzler Klima in "Zur Sache" nicht, mit der er die innere Sicherheit im Lande so hochlobte. Aber bei dieser Sendung wurde ja nur gelobt und bagatellisiert - um musterschülerhaft die Stunde mit Worthülsen rasch über die Bühne zu bekommen.

Worthülsen sind bei innerer Sicherheit nicht gefragt -Problemlösungskompetenz ist angesagt - aber nicht bei Müttern, deren Kinder bei roter Ampel nicht von der Straße zu bewegen sind.

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