Baugewerkschaft würdigt in Galtür die Leistungen der Lawinenverbauer

Schutz für Land und Leute unter schwierigsten Arbeitsbedingungen

Galtür,Wien (GBH/ÖGB). Eine Delegation der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und hochrangige Vertreter des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft besuchten die Arbeitnehmer auf den Lawinenverbauungsbaustellen in Galtür und Kappel. Der Bundesvorsitzende der GBH und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer stellte bei diesem Lokalaugenschein fest: ”Die tragische Lawinenkatastrophe im vergangenen Winter hat uns wieder vor Augen geführt, dass man die Natur nie 100-prozentig in den Griff bekommen wird können. Die Sicherheit für die Bevölkerung und Land müssen oberste Priorität haben. Daher ist es unerlässlich, dass Bund und Länder zusätzliche Bundes- und Landesmittel für die Lawinen- aber auch für die Wildbachverbauung zur Verfügung stellen und von Personalreduktionen der WLV-Spezialisten Abstand genommen wird.” ++++

Spezialisten zähmen die Natur

Beschäftigung und Sicherheit durch Wildbach- und Lawinenverbauungen sind für Österreichs Bevölkerung, wie es leider Naturkatastrophen in letzter Zeit immer bestätigt haben, einfach lebensnotwendig. Der Zentralbetriebsratsvorsitzende der Wildbach- und Lawinenverbauer, Johann Ahamer erklärte: ”Unter schwierigsten Umständen wird die elementare Gewalt gezähmt. Wenn nicht Spezialisten, wie es unsere Kollegen sind, diese Tätigkeit ausführen, dann leidet auch die Sicherheit.”
Die Arbeit der 50 Männer aus Tirol und Kärnten auf der ”Schadenslawine” in Galtür und der ”Mosbachlawine” in Kappel ist nicht ungefährlich. Ein erhöhtes Risiko auf diesen über 2.000 Metern Seehöhe gelegenen Hochgebirgsbaustellen liegt schon darin, dass an Rutschhängen gearbeitet werden muss. Wer bei der Wildbach- und Lawinenverbauung im Einsatz ist, der muss neben hoher Arbeitsmoral, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit eine gute körperliche Konstitution mitbringen. ”Alle Beteiligten sind sich möglicher Gefahren bewusst; bei den regelmässigen Baustellenkontrollen wird stets deutlich auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht. Jeder muss sich bei diesen aussergewöhnlichen Arbeitsbedingungen auf seine Kollegen verlassen können”, erklärte der stellvertretender GBH-Bundessekretär und Arbeitnehmerschutzexperte, Karl Ziegler.

Lawinenverbauung - Arbeit im Extrembereich

Nach Meinung der GBH gilt es für diesen Bereich, zusätzlich Arbeitsplätze zu schaffen, auch wenn in vielen Gebieten tief verschneite Zufahrtswege und Lawinengefahren dafür verantwortlich sind, dass nur von Mai bis Ende Oktober gearbeitet werden kann. Bundessekretär Anton Korntheuer betonte: ”Ganz wird man die elementaren Gewalten der Natur nicht zähmen können, aber es wird notwendig sein, dass man zum Schutze von Menschenleben, Hab und Gut zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt, damit derartige Katastrophen nach Möglichkeit verhindert werden können.”

Die Gewerkschaft Bau-Holz ist nach wie vor der Meinung, dass man sich auch mit den Gefahrenzonenplänen und zusätzlichen Projekten der Wildbach- und Lawinenverbauung intensiver auseinander setzen muss, um die Sicherheit von Land und Leuten zu gewährleisten. Der GBH-Bundesvorsitzende Driemer betonte abschliessend: ”Sicherheit ist und muss Aufgabe der öffentlichen Hand bleiben. Für den Schutz der Menschen vor Naturgewalten müssen einfach rechtzeitig ausreichende finanzielle Mittel eingesetzt werden. Dabei gilt der Grundsatz, vorsorglich handeln und nicht erst, wenn etwas passiert. Es gibt sicherlich noch sehr viel zu tun, damit auch angesichts der bevorstehenden Ski Weltmeisterschaft in St. Anton in 2001 die Sicherheit aller gewährleistet ist und sich Österreich auch in Zukunft als ein schönes aber auch sicheres Tourismusparadies darstellen kann.”

Galtür, 24. August 1999 Nr. 408

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