Was tun gegen Geisterfahrer ?

Wien (OTS) - Nach der unbegreiflichen Geisterfahrt eines 66-Jährigen vergangenen Samstag auf der Südautobahn stellt sich erneut die Frage: Wie kann man Geisterfahrten wirkungsvoll verhindern?

Die unbegreifliche "Amokfahrt" eines Geisterfahrers letzten Samstag auf der Südautobahn in Niederösterreich forderte insgesamt vier Schwerverletzte und einen Toten - den Geisterfahrer selbst. Neben vielen offenen Fragen dieser durch zahlreiche Unfälle begleiteten, viele Kilometer langen Geisterfahrt stellt sich eine Frage besonders drängend: Wie kann man derartige Geisterhaften verhindern und wie verhalte ich mich im Fall einer Geisterfahrerwarnung richtig?

Die Ursachen für Geisterfahrten sind in mehr als einem Drittel aller Fälle Alkoholisierung, nahezu die Hälfte aller festgestellten Falschfahrten wurde durch unerlaubtes Wenden oder durch falsches Auffahren bei Autobahnknotenpunkten bzw. Raststationen verursacht.

Folgende Maßnahmen zur Verringerung der Zahl der Geisterfahrten sind aus Sicht des Kuratorium für Verkehrssicherheit nötig:

* Schon vor dem Auffahren auf die Autobahn sollten durch eindeutige und klare Führung der Lenker Verwirrungen und Unklarheiten ausgeschlossen werden. Die Autobahnauf- und -abfahrt sollten baulich getrennt und deutlich gekennzeichnet nebeneinander liegen - die Ideallösung ist der Kreisverkehr. Auch die anläßlich der Vignettenpflicht errichteten Kontrollbuchten bei Autobahnauffahrten sollten zur stichprobenartigen Überwachung und für Alkotests verwendet werden.

* Am Knotenpunkt, an den Zu- und Abfahrten bzw. zu den Rast-und Parkplätzen ist eine eindeutige Verkehrsführung durch übersichtliche Beschilderung zu gewährleisten.

* Da nur ein geringer Teil der Falschfahrten registriert wird ist es nötig, daß diese in zunehmendem Maße erfaßt werden. Dazu sind elektronische Einrichtungen nötig, die mit z.B. Digitalkameras (automatische Kennzeichenerkennung) gekoppelt werden kö= nnen. Technische Einrichtungen, die die falsch fahrenden Fahrzeuge manövrierunfähig machen (z.B. Reifenschlitzer) sind aus sicherheitstechnischen Gründen abzulehnen, da Folgekollisionen zu befürchten sind.

* Um Unfälle mit Geisterfahrern zu verhindern, ist es auch nötig, die Wirksamkeit von bestehenden Kommunikationssystemen (Notrufsäulen, Verkehrsfunk), die den Verkehrsteilnehmern zur Vorwarnung und Orientierung zur Verfügung stehen, zu optimieren.

Im Falle einer Geisterfahrerwarnung aber gilt an erster Stelle:
Rechts fahren und nicht überholen. Und sollten Sie selbst einmal auf die falsche Fahrbahn gelangen gilt:

1. Rechts ranfahren, Fahrzeug am Mittelstreifen abstellen
2. Licht und Warnblinkanlage einschalten
3. Im Fahrzeug sitzen bleiben, bis die Exekutive kommt

Das Problem der Falschfahrten auf Autobahnen ist aber ein Problem des gesamten Straßenverkehrs und darf nicht isoliert betrachtet werden. Solange es nicht gelingt, die alkoholisierten, rücksichtslosen und überforderten Kraftfahrzeuglenker besser als bisher in den Griff zu bekommen - geeignetes Mittel dazu ist z. B. der Punkteführerschein -, wird sich auch die Zahl der Geisterfahrer auf österreichischen Autobahnen nicht bedeutend senken lassen.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der Woche vom 16. bis 22. August 1999 verloren 9 PKW-Insassen (davon 5 Lenker), 2 LKW-Lenker, 3 Motorradlenker, 1 Mopedlenker und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (4), Überholen (3), Übermüdung (1), Unachtsamkeit (1), Geisterfahrer (1) und Sonstige (2) festgestellt werden. Bei 3 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Ein Fußgänger kam durch Fremdverschulden ums Leben. 6 der 15 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren sogenannte "Alleinunfälle". 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet.

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