VP-Strobl zu Direktorenbestellungen: Neues Objektivierungsmodell ist politisch akkordiert

Finanzierung ist noch offen

Wien (ÖVP-Klub) Als "politisch akkordiert und ausgereift" bezeichnete der ÖVP-Bildungssprecher, LAbg. Walter STROBL das nun von SPÖ und ÖVP ausgearbeitete Wiener Objektivierungsmodell zur Direktorenbestellung. "Über die Grundsatzfragen der Weiterentwicklung des Objektivierungsverfahrens bestand zwischen SPÖ und ÖVP von Anfang an Einhelligkeit", erklärte STROBL.***

So sollten nach dem von der ÖVP vorgelegten Modell die Schulpartner eine ausgewiesene Mitbestimmungsmöglichkeit eingeräumt erhalten. Darüber hinaus hat die ÖVP in Kontakten zu einer Managementberatungsfirma die Einführung des Assessment Centers, als die modernste Form der Personalobjektivierung, auch dem Stadtschulrat schmackhaft machen können.
Präs. Scholz wollte im Juni einen vollkommen unausgereiften Entwurf im Kollegium zur Abstimmung bringen. Das wurde glücklicherweise verhindert.

Jetzt sind die noch offenen Fragen weitestgehend geklärt:

Bereits in der Ausschreibung müssen bestimmte Mindestkriterien (ausgezeichnte Beurteilung) für eine Bewerbung festgehalten werden, damit es nicht zu unnötigen Diskussionen bei der Zulassung zum Objektivierungsverfahren kommt.

Sowohl durch die Schulpartner als auch durch die Behörde soll es zu keiner negativen Rangreihung bei der Zulassung zum professionellen Verfahren kommen. Die Schulpartner können daher in Zukunft zwei Kandidaten nominieren die in das weitere Verfahren gehen, die Behörde vier bis fünf.

Das neue Verfahren wird für alle Funktionen im Stadtschulratsbereich Geltung haben.

Das Pilotprojekt wird jetzt für einen bestimmten Zeitraum (bis Dezember 99) und nicht wie ursprünglich vorgesehen nur für einige wenige, sehr eigenartig ausgewählte derzeit anstehende Funktionen durchgeführt.

Bei zu geringer Bewerberzahl kann auf ein teures Assessment verzichtet werden. In solchen Fällen kommt das bisherige Verfahren zur Anwendung.

Die Nominierung der Assessoren soll aus einem Pool der jeweils ausgeschriebenen Funktionen (z.B. Direktoren) in einer öffentlichen Kollegiumssitzung gelost werden. Damit, so Strobl, sollen alle Verdächtigungen parteipolitischer Einflussnahme ausgeschaltet werden.

Für das Pilotprojekt muss es eine Evaluierung geben, die auch die Schulpartner miteinbezieht.

Pro Assessment sind Kosten von ca. 120.000.- zu erwarten. Pro Schuljahr ist mit durchschnittlich 60-70 Neubesetzungen zu rechnen. Der Stadtschulrat muss in Verhandlungen mit dem Wiener Finanzressort die Mittel sicherstellen. Diese Gespräche werden sowohl von ÖVP als auch von SPÖ unterstützt.

Für derzeit noch nicht erfasste schulische Einrichtungen (wie z.B. Päd. Akademie, Berufspäd. Akademie oder Päd. Institute) wird es ein gesondertes Objektivierungsverfahren geben.

STROBL zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Koalitionsgespräche zum neuen Objektivierungsverfahren. "Ich bin froh, dass nun auch Präs. Scholz eingesehen hat, dass ein derartig sensibler und wichtiger Bereich sorgfältig vorbereitet werden muss."
Es werde nun ein neues 5-Säulenmodell geben. Neben der Ausweitung der Mitsprachemöglichkeiten durch die Schulpartner - jetzt sind das bereits rund 28 % (!), wird es das moderne Assessment Center geben. Alle professionellen Verfahren werden außer Haus in einem Managementberatungsinstitut durchgeführt. Für die Schulpartner soll es einen Knigge geben, der v.a. Fairness gegenüber den Kandidaten sicherstellt und die Vertraulichkeit der Bewerbungsunterlagen und der Daten der Bewerber gewährt.
Mit einigen Forderungen konnte sich die ÖVP allerdings nicht durchsetzen. So hätte die ÖVP lieber eine Prozentbewertung statt einer Rangreihung der Kandidaten gehabt. Diese hätte besser und deutlicher die Unterschiede zwischen den Bewerbern ausgewiesen. Außerdem hätten wir gerne eine Mindestberufserfahrung bei den Ausschreibungen der einzelnen Funktionen festgeschrieben. Insgesamt sei aber der nun ausgehandelte Kompromiss politisch tragfähig. Bleibt also nur noch die Frage der Finanzierung zu klären. Derzeit gibt es weder vom Unterrichtsministerium, das für die Objektivierungsverfahren der einzelnen Bundesländer auch gar nicht zuständig ist aber eine Starthilfe für Wien avisiert hat, noch von der zuständigen Finanzstadträtin konkrete Summen.
"Wir werden, und ich gehe davon aus, dass das alle anderen Kollegiumsmitglieder, egal welcher Fraktion, genau so sehen, einem neuen Objektivierungsverfahren sicherlich nur dann zustimmen, wenn Präs. Scholz auch konkret sagen kann, wie er vorerst einmal das Pilotprojekt (das umfasst alle Funktionen bis zum Dezember) finanziert", stellte STROBL klar.
"Die Koalitionsparteien haben über den Sommer ihre Hausaufgaben erledigt. Präs. Scholz hat jetzt noch eine Wochen Zeit, um das nun ausgereifte Objektivierungsverfahren nicht neuerlich zu Fall zu bringen, weil er nicht sagen kann, wie das alles bezahlt wird", meinte der VP-Bildungssprecher abschließend.

(SCHLUSS)

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