AK Muhm: Strategische Unternehmenskerne sichern österreichische Interessen

Beschäftigung und Wertschöpfung bleiben im Land erhalten

Wien (OTS) – Bei einer Umwandlung der ÖIAG in eine Beteiligungsgesellschaft sollten wichtige österreichische Industriebeteiligungen gemeinsam mit anderen strategischen Eigentümern im In- und Ausland erworben und gehalten werden, fordert Werner Muhm, Direktor des Wirtschaftsbereiches in der AK Wien. Zur Absicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich und zur Sicherung der Beschäftigung ist es nämlich äußerst wichtig, dass Firmenzentralen von wertschöpfungsintensiven österreichischen Betrieben im Land bleiben, sagt Muhm: Die AK will keine Repolitisierung der ÖIAG, aber ein zukunftsorientertes Konzept zur Absicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich. ****

Strategische Entscheidungen über Investitionen, Standortpolitik, Ausgaben für Forschung und Entwicklung etc fallen in den Firmenzentralen von multinationalen Konzernen. Damit verbunden ist aber auch eine starke Nachfrage nach hochwertigen produktionsnahen Dientleistungen. Unternehmenszentralen sind damit eine wichtige Bestimmungsgröße für die Entwicklungsmöglichkeiten einer ganzen Region.

Konzerne behalten aber gewöhnlich ihre wertschöpfungsintensiven Unternehmensbereiche - wie Spitzenmanagement, Planung, Forschung
und Entwicklung - im Land der Muttergesellschaft. Wird ein bisher
im inländischen Besitz stehendes selbstständiges Unternehmen durch ausländische Eigentümer übernommen, besteht das Risiko, diese wichtigen Impulsgeber an die Muttergesellschaft zu verlieren. Bekannte Beispiele dafür sind Semperit, VA-Bergtechnik, Nycomed
und Steyrermühl.

In der EU zeigt sich, dass praktisch alle europäischen Länder bei den Privatisierungen den nationalen Einfluss auf Unternehmen gesichert haben: In Deutschland halten Länder, Großstädte und Großbanken strategische Beteiligungen an wichtigen Industrien. Selbst in Großbritannien, dem Paradeland der Privatisierung, hat sich die Regierung über Stimmrechtsbeschränkungen und Vetorechte gegen Kapitalumschichtungen abgesichert.

Eine Umwandlung der ÖIAG in eine Beteiligungsgesellschaft sollte daher den Erwerb und Erhalt von wichtigen österreichischen Industrie- und sonstigen Beteiligungen gemeinsam mit anderen strategischen Eigentümern im In- und Ausland zum Ziel haben, verlangt Muhm. Die positiven Effekte, die von
Unternehmenszentralen auf die wirtschaftliche Dynamik einer Region ausgehen, sind eine wesentliche Voraussetzung für einen
attraktiven Wirtschaftsstandort Österreich. Die AK lehnt eine ideologisch motivierte "Ausverkaufspolitik" ab, sagt Muhm. Die AK will keine Repolitisierung der ÖIAG, aber ein zukunftsorientertes Konzept zur Absicherung von Wertschöfung und Beschäftigung in Österreich. Die von Böhler-Uddeholm Generaldirektor Raidl vorgeschlagene einmalige Bestellung von ÖIAG-Aufsichtsräten ist ein durchaus prüfbarer Vorschlag, so Muhm.

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