Transporteure wehren sich gegen generelles LKW-Überholverbot

Straßentransporte werden langsamer und teurer Verordnung gefährdet den Wirtschaftsstandort Österreich

Wien (PWK) - Der geplante Alleingang von Verkehrsminister Caspar Einem, per Verordnung ein generelles Überholverbot für LKW über 7,5 t ohne gesetzlich vorgeschriebene Begutachtung zu erlassen, stößt bei den Transporteuren auf großen Widerstand. "Das ist pure Wahlkampftaktik, denn die Verordnung würde tatsächlich erst ab dem 15.9., also längst außerhalb der Ferienzeit, gelten", wirft Günter Schnegelberger, stv. Geschäftstführer des Fachverbandes der Güterbeförderung, dem Verkehrminister vor. ****

Ein generelles Überholverbot für LKW würde nicht nur zu einer schnelleren Ermüdung der LKW-Lenker im Kolonnenverkehr führen, sondern auch die Transportdauer verlängern und die Kosten für Wirtschaft und Konsumenten empfindlich in die Höhe treiben. Damit gefährdet die Verordnung letzlich den Wirtschaftsstandort Österreich.

Erst kürzlich hat sich in einem Großversuch in Italien gezeigt, dass ein generelles LKW-Überholverbot in der Praxis zu mehr Unfällen und gefährlichen Situationen führt. Deshalb wird diese Maßnahme wieder zurückgenommen. Davon abgesehen würde die Verordnung Tag und Nacht gelten, also auch dann wenn praktisch kein Verkehr auf den Autobahnen fließt. Ausgenommen vom Überholverbot würde weiterhin die Gruppe der langsamen und veralteten Klein-Lkw unter 6 t aus Osteuropa bleiben, deren extrem niedrige Durschnittsgeschwindigkeit (16 km/h!) und ein oft bedenklicher technischer Zustand einen massiven Risikofaktor für die Verkehrsteilnehmer darstellen. Auch Kleinfahrzeuge mit Anhänger dürfen überholen und damit die Überholspur blockieren, die nach dem Willen von Verkehrsminister Einem eigentlich für PKW-Fahrer frei sein sollte.
(Schluß) MH

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