Rieder: Gratis-Impfaktion steigert Durchimpfungsrate

Hohe Akzeptanz bei Eltern und Kinderärzten

Wien, (OTS) "Mit dem Wiener Gratis-Impfprogramm ist es uns gelungen, die Durchimpfungsrate bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr zu steigern", betonte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr.
Sepp Rieder im Rahmen eines Mediengespräches am Donnerstag, bei
dem eine Studie zu der seit Beginn dieses Jahres voll angelaufenen Gratis-Impfaktion für Kinder präsentiert wurde. So stieg die Durchimpfungsrate aller Wiener Kinder bei einzelnen Impfungen um
bis zu 8 Prozent. "Erfreulich ist auch, dass die Akzeptanz dieser Aktion bei Eltern und Ärzten sehr groß ist. Ein wichtiger Anreiz beim Nachholen von versäumten Impfungen war unsere Impfaktion", so Rieder. "Diese Studie zeigt jedoch auch, dass nicht alle Eltern Bescheid wissen. Wir wollen daher verstärkt Informationen dazu anbieten." An dem Mediengespräch nahm weiters der Ersteller der Studie, Günther OGRIS, MA, vom Institut SORA - Institute for
Social Research und Analysis, teil.

Eine von der Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen in Auftrag gegebene Untersuchung des Institutes SORA bestätigt den Erfolg der mit Beginn des Jahres 1999 voll angelaufenen Gratis-Impfaktion. Seit Beginn der Aktion können Kinder bis zum 6. Lebensjahr die vom Obersten Sanitätsrat allgemein empfohlenen Impfungen auch beim Kinderarzt kostenlos erhalten – bisher war dies nur in den Wiener Gesundheitsämtern und
Elternberatungsstellen möglich. Konkret handelt es sich um Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Kinderlähmung,
Haemophilus Influenzae B und Hepatitis B.****

1999: Bisher insgesamt 63.378 Impfungen

Von Jänner bis Juni 1999 wurden in den Impfstellen der MA 15, in den Elternberatungsstellen, den Impfstellen der Wiener Gebietskrankenkasse, in der Kinderabteilung des
Hanuschkrankenhauses sowie bei niedergelassenen Ärzten insgesamt 63.378 Impfungen verabreicht. Dabei wurden 5.269 Dosen des Fünffachimpfstoffes (Diphterie/Pertussis/Tetanus/Haemophilus/Polio), 26.665 Dosen des Vierfachimpfstoffes (Diphterie/Pertussis/Tetanus/Haemophilus), 22.814 Dosen gegen Hepatitis B, sowie 8.630 Impfungen gegen Maser/Mumps/Röteln verabreicht.

Ergebnisse der SORA-Studie

Zur Erstellung dieser Studie wurde eine Gruppe von 204 Eltern befragt, die bereits im November 1998 einmal zu diesem Thema interviewt wurden, und angaben, dass ihre Kinder nur unzureichend geimpft sind. Es handelt sich dabei also um eine Wiederholungsbefragung. Zusätzlich zu den 204 Eltern wurden 77 Wiener Kinderärzte und -ärztinnen zu dem neuen Impfprogramm befragt.

o Die Impfaktion ist insgesamt sehr gut angekommen. Die Durchimpfungsraten der Kinder, deren Eltern im Rahmen dieser

Studie neuerlich befragt wurden, waren zum Befragungszeitpunkt Juli 1999 durchwegs höher als im November 1998. Die größten Anstiege sind bei den Impfungen

gegen Masern (13%), Mumps (13%) und Röteln (14%) zu verzeichnen.
o Die ermittelten Anstiege lassen auch eine Schätzung auf die

Wiener Gesamtpopulation (Kinder bis zum 6. Lebensjahr) zu.

Diesen Berechnungen zufolge liegen die Impfraten für Diphtherie und Tetanus derzeit bei 91%. Im November
1998 waren

dies "nur" 89%. 89% (November 1998 83%) der Kinder
wären

demnach gegen Masern und Mumps geimpft und 85% gegen Röteln.

83 % der Kinder hätten mindestens drei Keuchhusten-Impfungen

erhalten (im November 1998 waren dies 82%), jedes
zweite

Kind hatte vier Keuchhustenteilimpfungen (im November 1998

waren dies 45%). Die Impflücken dürften also diesen Schätzungen zufolge kleiner geworden sein.

Geschätzte Durchimpfungsraten aller Wiener Kinder bis zum 6. Lebensjahr

Impfung Durchimpfungsrate Nov 1998 Geschätzte Durchimpfungsrate

Juli 1999
Diphtherie 89 91 (+2%)
Tetanus 89 91 (+2%)
Pertussis (4 Impfungen) 45 50 (+5%)
Pertussis (3 Impfungen) 82 83 (+1%)
Masern 83 89 (+6%)
Mumps 83 89 (+6%)
Röteln 77 85 (+8%)
Polio 77 84 (+7%)
Hepatitis A 6 10 (+4%)
Hepatitis B 7 8 (+1%)

(Angaben in %)

o Die Gratis-Impfaktion dürfte eine wesentliche Rolle beim

Anstieg der Durchimpfungsraten gespielt haben. Nach eigenen Auskünften wurden 6% der Eltern, die im letzten Jahr eine
noch ausständige Impfung ihres Kindes nachgeholt haben,
durch die Gratis-Impfaktion dazu veranlasst. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Impfraten für einige zur Debatte
stehenden Impfungen (speziell Diphtherie/Tetanus und
Masern/Mumps) bereits hoch waren.
o Die Idee der Gratis-Impfung wird sowohl von Eltern als auch

von den Kinderärzten und -ärztinnen sehr positiv bewertet:
Eine überwiegende Mehrheit von 85% der Eltern findet die
Idee der Gratis-Impfung bei den Ärzten und Ärztinnen sehr
gut. Auch 80% der Ärztinnen und Ärzte befürworten die Impfaktion sehr. Nur eine winzige Minderheit (3% der Eltern
und 1% der ÄrztInnen) steht der Aktion skeptisch gegenüber.
Es gibt also praktisch keine Akzeptanzprobleme bei der Gratis-Impfaktion.

Beurteilung der Idee der Gratis-Impfung durch Eltern und ÄrztInnen

Bewertung Eltern ÄrztInnen
Sehr gut 85 80
Eher gut 13 19
Eher schlecht 1 0
Sehr schlecht 2 1

Angaben in % der befragten Eltern (n=204) und ÄrztInnen (n=77)

o Noch nicht ausreichend erscheint auf Grund der Studie
die

Bekanntheit der Impfaktion: 63%, also etwa zwei von
drei

befragten Eltern, wussten zum Befragungszeitpunkt, dass eine

kostenlose Impfmöglichkeit bei Kinderärzten besteht. 37%

hatten aber noch nichts davon gehört.

Infos zur Impfaktion am Wiener Gesundheitstelefon unter 533 28 28

Informationen zur Impfaktion der Stadt Wien gibt es am Gesundheitstelefon der Stadt Wien unter der Telefonnummer 533 28
28, sowie bei niedergelassenen Kinderärzten und Allgemeinmedizinern.

Stadt Wien: Jährlich rund 17 Millionen Schilling für Impfaktion

Die Finanzierung des neuen Wiener Impfkonzeptes basiert auf einer Übereinkunft der Stadt Wien mit dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Hauptverband der Sozialversicherungen. Die Kosten für den Impfstoff tragen zu zwei Dritteln der Bund, die Stadt Wien und die Sozialversicherungen jeweils zu einem Sechstel. Die Kosten für die Durchführung der Impfungen im niedergelassenen Bereich sowie in den öffentlichen Impfstellen sowie in den Schulen werden voll von der Stadt Wien getragen. Von Seiten der MA 15 - Gesundheitswesen wurden für
dieses neue Impfkonzept für 1999 rund 17 Millionen Schilling veranschlagt. (9 Millionen Impfstoffankauf, 8 Millionen für Arzthonorare)
(Schluss) mmr

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Martin Ritzmaier
Tel.: 4000/81 855
e-mail: martin.ritzmaier@ggs.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK