Spitalsskandal - Auszüge aus einem Geheimdossier führen zu Beurlaubung von Spitzenbeamten.

Vorausmeldung NEWS 33/19.08.1999

Wien (OTS) - Die, morgen Donnerstag erscheinende, Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS veröffentlicht Auszüge jenes 45seitigen Dossiers, das vom Freistädter LKH-Primar Norbert Leithner in den Jahren 1993 - 1996 angelegt wurde. Darin listet der Stationsleiter insgesamt mehr als hundert Verfehlungen seiner Mitarbeiter, insbesondere die des "Skandalarztes" Harald F., 43, auf. Die Protokolle - in Tagebuchform geführt - zeichnen ein erschreckendes Bild über die jahrelangen Mißstände in der Freistädter Klinik.

So soll ein Patient am falschen Knie arthroskopiert und eine Fehloperation erst im letzten Moment verhindert worden sein.

Auch der Umgang mit Kranken scheint fragwürdig. Leithner in seinem Protokoll: "Bei einer Patientin ... bei der die Schmerzen so arg waren, daß sie mit einer Amputation (Anm.d.Red. des Fingers) einverstanden gewesen wäre, wurde als Therapie ein Salbenverband und Klopfübungen am Finger empfohlen".

Erschreckend auch der Fall eines elfjährigen Mädchens, das nach einer Operation unter Fieberanfällen litt: "... wobei die Behandlung nach Wiederaufnahme lediglich mit einer Thermosflasche angeordnet wurde".

Abschließend faßt Primar Leithner bereits 1993 zusammen: "Unter diesen Bedingungen wird meine Arbeit fast kriminalisiert, es ist dringend eine Personalaufstockung erforderlich ev. auch der Status der Pragmatisation aufzuheben."

Als Konsequenz wurde Mittwoch jener Beamte der Landeskrankenanstaltendirektion beurlaubt, in dessen Archiv der brisante Bericht mehr als zwei Jahre lang unbearbeitet abgelegt war.

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