Neuer Spitalskandal? Vorwürfe gegen LKH Klagenfurt: Knochenmark aus defektem Tiefkühler verwendet

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, droht in Klagenfurt der nächste Spitalskandal. An der Orthopädie Klagenfurt sei Knochenmark aus einem defekten Tiefkühlschrank verwendet worden, obwohl die Störung des Gerätes längst bekannt war. Das Tiefkühlgerät habe immer wieder starke Temperaturschwankungen aufgewiesen, vom unteren Limit von minus 70 Grad bis zu minus 48 Grad. Auch seien wichtige Keimuntersuchungen unterlassen worden. Erst jetzt wurde die Knochenbank eingestellt. "Das Risiko für die Patienten war zu hoch", meint der ärztliche Leiter Anton Suntinger, "ich mußte die Notbremse ziehen".

Vor der defekten Knochenbank war das Spital schon 1995 von einem Pathologen gewarnt worden. Dennoch wurde sie weiter verwendet. Der Orthopädie-Chef des Wiener AKH, Rainer Kotz, meint dazu: "Wenn man unter solchen Bedingungen operiert, ist das der pure Wahnsinn. Wenn nur bei einer unserer Knochenbänke das Thermometer schwankt, verwerfen wir den gesamten Inhalt. Denn Knochen sind ein Nährboden für Keime." Deshalb werden die Knochen am AKH mehrfach steril verpackt und bei minus 80 Grad gelagert. Kotz weiter: "Nur ein Keim und der Patient bekommt eine gefährliche Knochenmarkeiterung." Der Klagenfurter Krankenhaus-Chef Suntinger, der die Knochenbank jetzt schließen ließ, zur Frage, ob schon Patienten zu Schaden gekommen seien: "Das kann ich nicht ausschließen, da müßte ich alle Krankengeschichten bis heute studieren." Fest steht, laut NEWS, daß noch am 5. August, fast ein Monat nachdem eine Oberschwester neuerlich von Störungen der Knochenbank berichtet hatte, die Knochenbank für den Austausch eines Hüftgelenks noch einmal verwendet wurde.

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