"MädchenStärken - Burschen fördern"

Ein Handbuch zur geschlechtssensiblen Kinder- und Jugendarbeit

Wien, (OTS) Mädchen benötigen mehr Freiräume, in denen sie ihr Selbstbewusstsein und ihre Stärken entfalten können. Burschen gilt es zu zeigen, dass ihnen mehr als traditionell-männliche Verhaltensmuster zur Verfügung stehen und Mädchenförderung einen Beitrag zu einem partnerschaftlichen Miteinander der Geschlechter darstellt. Das Handbuch "MädchenStärken - Burschen fördern", das Jugendstadträtin Grete Laska am Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters vorstellte, dokumentiert die Notwendigkeit geschlechtssensibler Arbeitsansätze in der Kinder- und
Jugendarbeit und gibt PraktikerInnen Impulse für neue Wiener Freizeitprojekte mit Mädchen und Burschen.

Mehr Mädchenpower in Wien

Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Burschen einzugehen, ist in Wien fester Bestandteil der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit. In vielen Freizeitbereichen - z.B. in öffentlichen Sportanlagen in Parks -sind aber immer noch deutlich mehr Buben als Mädchen anzutreffen. Angebote, die den Mädchen Mut machen, sich öffentliche Räume anzueignen, sind daher ebenso wichtig wie Angebote, die auf die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse der jungen WienerInnen eingehen.

Ungleichgewicht in öffentlichen Freizeiträumen

"MädchenStärken - Burschen fördern" setzt sich einerseits in theoretischen Aufsätzen und Diskursen mit Geschlechtssensibilität auseinander. Andererseits beschreibt es mädchen- und bubenspezifische Praxisprojekte von Einrichtungen der außerschulischen Wiener Kinder- und Jugendarbeit. Bei den praktischen Beispielen werden auch Problembereiche gezeigt und mögliche Lösungsansätze angeführt. Die Broschüre soll die Auseinandersetzung mit geschlechtssensiblen Arbeitsansätzen fördern, aber auch Anregungen und Ideen geben.

Handbuch - ein Gemeinschaftsprodukt von 7 Einrichtungen

Das Handbuch "MädchenStärken - Burschen fördern" ist der zweite Teil des Mädchenberichts ‘99, der von der MA 57-Frauenbüro herausgegeben wird. Auf Initiative des Vereins "Wiener
Jugendkreis" haben sechs Wiener Einrichtungen gemeinsam an dem Nachschlagewerk gearbeitet: der Wiener Jugendkreis, die MA 57-Frauenbüro, die MA 13-Landesjugendreferat, die Koordinationsstelle für "Aufsuchende/Mobile Jugendarbeit & freizeitpädagogische Betreuung", der Verein "Jugendzentren der Stadt Wien" und der "Wiener Integrationsfonds".

Mächen Selbstbewusstsein und Mut geben

Das Kapitel "Verspielte Chancen? Mädchen in den öffentlichen Raum!" beinhaltet eine Bestandsaufnahme von Cheryl Benard und
Edith Schlaffer. Anschließend folgen Praxisberichte und Analysen der Parkbetreuung und der Aufsuchenden/Mobilen Jugendarbeit. Ob es um die weibliche "Eroberung" eines Ballkäfigs für fixe Stunden geht oder um die Durchsetzung von - auch bei Mädchen beliebten -Volleyball- oder Badmintonmatches - Ziel ist, das soziale Klima zu verbessern und mehr Akzeptanz zwischen den weiblichen und männlichen NutzerInnen herzustellen.

Burschen ihre Territorialängste nehmen

Eine schwierige Aufgabe in Parks und auf öffentlichen Plätzen ist Burschen zu vermitteln, dass Mädchenangebote keine Bedrohung für sie darstellen. Die Praxis zeigt, dass viele Buben Angst davor haben ihr "Territorium" abgeben zu müssen. Spiele und Aktionen,
die beiden Geschlechtern Spaß machen, sowie vertrauensfördernde Gespräche und Diskussionen mit Buben sollen helfen, diese
Konflikte zu bewältigen.

Mädchen "freispielen"

Viele Mädchen aus MigrantInnenfamilien müssen in ihrer Freizeit auf kleinere Geschwister aufpassen. Damit junge Migrantinnen freie Zeit auch für sich selbst nutzen können, versuchen mehrere Projekte der Wiener Jugendarbeit sie in ihrer Betreuungsaufgabe zu entlasten.

Miteinander statt gegeneinander

Das Kapitel "...denn Gleichberechtigung wird nicht geschenkt" beschreibt geschlechtssensible Projekte und Methoden der standardort-orientierten Einrichtungen. Die dargestellten Angebote reichen von Mädchen-Wuzelturnieren oder Berufsinfo-Workshops abseits traditioneller Rollenmuster in Jugendzentren über
Computer- und Internet-Workshops für Webgirls und weibliche Videoprojekte im Wiener Jugendkreis bis zum Fotoworkshop für Mädchen des Wiener Integrationsfonds.

Nachholbedarf: burschenorientierte Arbeit

Noch gibt es Burschenarbeit in Wien nur in Ansätzen. Meist
hat sie sich aus der mädchenorientierten Kinder- und Jugendarbeit entwickelt. Immer mehr JugendarbeiterInnen versuchen aber auch bubenspezifische Angebote zu schaffen. In Bubengruppen mit männlichen Betreuern geht es z.B. um die Auseinandersetzung mit
der eigenen Geschlechterrolle, Sexualität, ihre Wünsche, Ängste und Bedürfnisse. Der geschützte Raum ermöglicht Offenheit und Vertrauen der Buben. (Schluss) bz

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