Brauner präsentiert 1. Wiener Mädchenbericht

Studie und Handbuch zur Mädchenarbeit in Wien

Wien, (OTS) "Die Lebenswelten von Mädchen und Burschen sind
in Wien immer noch sehr verschieden, auch die Möglichkeiten, die ihnen offen stehen - der erste Wiener Mädchenbericht zeigt dies deutlich auf" sagte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner anlässlich der Präsentation einer Studie am Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters. Konkret seien in dem Bericht zahlreiche Fakten und Erkenntnisse aus der geschlechtssensiblen Jugendarbeit und -betreuung erstmals zusammengefasst worden. "Insgesamt bestärken uns die nun kompakt vorliegenden Daten in unserem Ansatz der geschlechtssensiblen Pädagogik, bei dem wir dem Grundsatz ´Mädchen stärken, Buben fördern´ folgen," so Brauner.

Während der "Mädchenbericht" einen allgemeinen Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten von Mädchen und Burschen gibt, bietet das gleichzeitig von Vizebürgermeisterin Grete Laska präsentierte das "Handbuch - MädchenStärken - Burschen fördern" eine Übersicht zur Theorie und Praxis von geschlechtssensiblen Arbeitsansätzen in der freizeitorientierten Jugendarbeit.****

Fakten und Zahlen zu Mädchen in Wien

o In Wien leben mehr Burschen als Mädchen unter 20 Jahren (rund

113.200 Mädchen und etwa 119.350 Burschen),
o Mädchen verlassen früher das Elternhaus, die Gründe für einen

Auszug sind unter anderem der Beginn der Berufstätigkeit, der Wunsch nach Selbstständigkeit oder eine feste Partnerschaft.
o Eheschließungen von unter 20-jährigen sind zwar selten, deutlich

häufiger als junge Männer (1997: 136) gehen jedoch junge Frauen (1997: 429) eine Ehe ein.
o Junge Frauen wollen Familie und Beruf und setzen sich sehr früh

mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
auseinander - für sie geht es dabei nicht mehr um ein Entweder -oder, sondern um ein Sowohl-als-auch.
o Berufswahl: Eltern reden stärker mit - bei Mädchen (49,7%)

wirken die Eltern spürbar stärker im Entscheidungsprozess mit als bei Burschen (34,0%).
o Ausbildungstrends: Mädchen in AHS, Burschen in BHS - ein höherer

Anteil von Mädchen entscheidet sich für den Besuch einer AHS (Schuljahr 1996/97/10. Schulstufe: AHS: 32,0% Mädchen, 23,6 % Burschen), technische Fachschulen und höhere technische Lehranstalten sind nach wie vor eine Domäne der Burschen.
o Lehre: drei Viertel der weiblichen Lehrlinge aus Wien werden in

den Berufen Einzelkauffrau, Friseurin und Bürokauffrau ausgebildet - das Spektrum der gewählten Lehrberufe bei Burschen ist viel größer.
o Empfängnisverhütung ist Frauensache: Mädchen sind vom Risiko

ungewollter Schwangerschaft betroffen und sich dadurch ihrer Verantwortung stärker bewusst. Burschen überlassen die Verhütung ebenso wie den HIV-Schutz immer noch gerne den Mädchen.
o Freizeitverhalten von Mädchen: eher im häuslichen Bereich und

bewegungsärmer als jene der Burschen, nur knapp 40% der Mädchen sportlich aktiv, dem stehen nahezu 60% sportlich aktiver
Burschen gegenüber.
o Öffentlicher Raum: Mädchen werden an den Rand gedrängt, sind

sich aber dieser Benachteiligung durchaus bewusst und
kritisieren sie. Veränderungsmöglichkeiten werden im "Handbuch -MädchenStärken - Burschen fördern" zu Theorie und Praxis von geschlechtssensiblen Arbeitsansätzen in der freizeitorientierten Jugendarbeit präsentiert.

Bestelltelefon: 4000/83518

Beide Bände, der Mädchenbericht und das Handbuch, können unter der Wiener Telefonnummer: 4000/83518 im Frauenbüro der Stadt Wien angefordert werden. (Schluss) wb/

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