Y2K-Vorgangsweise beim Wiener Krankenanstaltenverbund

Wien, (OTS) Einer der wichtigen Bereiche, der sich auf mögliche Computer- und Systemprobleme durch Y2K vorbereitet, ist der Wiener Krankenanstaltenverbund KAV. Im Magistrat der Stadt
Wien wurde bekanntlich zur Bewältigung der Jahr-2000-Probleme ein abteilungsübergreifender Y2K-Arbeitskreis installiert. Der KAV hat ausserdem selbst eine Projektorganisation geschaffen, welche die nötigen Strukturen und Abläufe im Innenverhältnis des Krankenanstaltenverbundes definiert. Auf Grund des installierten Projektmanagements, der bisher daraus resultierenden Aktivitäten und Erfolge kann in den Anstalten der Stadt Wien zum 1.1.2000 von der Aufrechterhaltung der gewohnten Patientensicherheit und Betriebssicherheit ausgegangen werden, stellt der KAV dazu fest.
Auf die Maßnahmen des KAV für die städtischen Krankenanstalten verwies Peter Plundrak vom Krankenanstaltenverbund Montagabend bei einer Presseveranstaltung des Bundespressedienstes zum Thema "Y2K:
Ist Österreich fit für das Jahr 2000?".****

Maßnahmen bei EDV-Systemen

Seit 1996 wird in den zuständigen EDV-Abteilungen des Wiener Krankenanstaltenverbundes an der Y2K-Adaption der Hardware und Software gearbeitet. Die Basis-EDV kann als umgestellt bzw.
bereits Jahr-2000-fest betrachtet werden, die Umstellung der lokal eingesetzten Hardware und Software in den Anstalten ist zum Großteil erfolgt bzw. teilweise noch im Gange.
Dabei wurde für die Festlegung der Reihenfolge der Maßnahmen eine Priorisierung der EDV-Komponenten vorgenommen. Systeme, die bei einer Fehlfunktion die Patientensicherheit gefährden könnten, erhielten die höchste Prioritätsstufe 1.

Weiters wurden alle jene EDV-Systeme und -Komponenten hoch priorisiert (Prioritätsstufe 2), deren Fehlfunktionen auf Grund
der starken Einbettung in die Organisation des Krankenhausbetriebs gravierende Beeinträchtigungen der betroffenen Gesamtprozesse zur Folge hätten.

Bei den EDV-Systemen mit Prioritätsstufe 1 und 2 ist ein termingerechter Abschluss dieser Arbeiten aus heutiger Sicht sichergestellt.

Da auf Grund der Vielzahl der Systeme eine vollständige Überprüfung nicht möglich ist, werden alle anderen Systeme jedenfalls soweit abgeklärt, dass eine erhebliche Betriebsbehinderung durch etwaige Fehlfunktionen nicht zu erwarten ist.

Zu Sicherstellung des Fachpersonals über die Jahreswende wird für die zuständigen EDV-Abteilungen eine verstärkte Anwesenheit von EDV-Personal über die Weihnachtsfeiertage bis etwa Mitte Jänner 2000 geplant; entsprechende Regelungen werden auch für die Bereitstellung des technischen Personals gelten.

Technische Infrastruktur

Im Bereich der technischen Infrastruktur können in erster Linie die Systeme der Medizintechik sowie der Gebäudetechnik (wie Energieversorgung, Heizung, Klimatisierung, Kommunikationstechnik etc.) von möglichen Jahr-2000-Problemen betroffen sein.

Die Y2K-Arbeiten dazu werden im Rahmen von einzelnen
Projekten für jede Anstalt getrennt durchgeführt. Die Aktivitäten jedes einzelnen Hauses werden dabei von einem Jahr-2000-Beauftragten koordiniert. Dieser Koordinator stellt den Informationsfluss zwischen den zuständigen Technischen Abteilungen für Medizintechnik, für Haustechnik, aber auch dem Nutzer, sicher.

Zunächst waren die vom Millenium Bug betroffenen Systeme zu identifizieren sowie gemeinsam mit dem Nutzer eine Priorisierung – ähnlich jener der EDV - vorzunehmen. Um den Umfang dieser Arbeiten zu verdeutlichen: alleine im Wiener AKH waren im Bereich der Medizintechnik 30.000 Geräte und Anlagen zu qualifizieren. Es stellte sich heraus, dass im technischen Bereich rund die Hälfte der Geräte nicht von der Problematik betroffen sein können.

Für alle potenziell betroffenen Anlagen wurden in der Folge Auskünfte der Liefer- bzw. Herstellerfirmen eingeholt. Die hoch priorisierten Anlagen wurden bzw. werden in der Folge zusätzlich auch einer Einzelprüfung unterzogen.

In vielen Fällen, in denen eine Jahr-2000-Festigkeit nicht gegeben war, konnte diese durch ein entsprechendes Upgrade der Software hergestellt werden. Solche Upgrades wurden, um Ausfallszeiten kurz zu halten, möglichst bei den Routinewartungen durchgeführt. Bei älteren Systemen dagegen war es mitunter zweckmäßig, geplante Investitionen vorzuziehen. So wurden - um einige Beispiele zu nennen - ein Herzkathetermessplatz, Monitoring-Systeme im Bereich der Intensivmedizin und ein Rechner eines zentralen Gebäudeleitsystems ausgetauscht.

Zusammenfassend kann dabei, so der KAV, aber festgestellt werden, dass sich die erforderlichen Behebungsmaßnahmen im Technik-Bereich insgesamt in überschaubarem Rahmen halten.

Es sind aber auch Aspekte zu berücksichtigen, welche nicht unmittelbar mit dem Jahr 2000-Problem zusammenhängen. So werden beispielsweise besonders die Notstromsysteme unabhängig von datumsrelevanten Funktionen überprüft, um bei Netzausfällen Probleme mit der Energieversorgung weitgehend minimieren zu
können. Auch organisatorische Maßnahmen müssen überlegt werden: So sollen durch eine optimierte Lagerführung Abhängigkeiten von wichtigen Lieferungen um die Jahreswende möglichst vermieden werden. (Schluss) kav/hrs

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