Strompreise sollen für alle Haushalte fallen Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner will schon im Sommer 2000 eine totale Stromliberalisierung auch für Private Verbundgesellschaft ist dafür, Landesversorger üben heftige Kritik

Wien (OTS) - Nach den jüngsten, von einigen Landeshauptleuten erzwungenen Strompreissenkungen brechen die Dämme. Nach einem Bericht in der Montag-Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT steuert die Politik nun eine rasche Totalliberalisierung der Strompreise an, die auch für Haushalte gilt. FORMAT zitiert Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner, der klipp und klar sagt: "Wenn diese Koalition bleibt, werden sich schon im nächsten Schritt alle Konsumenten ihren Lieferanten auf dem Energiemarkt frei wählen können. Meine Wunschevorstellung ist die volle Liberalisierung im Sommer 2000. Spätestens muß es mit 1. Jänner 2001 so weit sein." Farnleitner weiter: "Die zu lösenden Probleme werden Gegenstand der Regierungsverhandlungen sein. Es hat niemand mehr ein Verständnis dafür, daß kleine Unternehmen und Private noch extrem hohe Handelsspannen bei Strom zahlen sollen."

Das jetzt geltende Gesetz sieht eine schrittweise Liberalisierung bis 2003 vor. Aber auch dann sollten erst 300 Großunternehmen davon profitieren. Private werden gar nicht behandelt.

SP-Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer fordert ebenfalls eindeutig eine Gesetzesnovelle. Im FORMAT-Interview sagt er: "Die nächste Regierung wird das gleich zu Beginn der Amtsperiode angehen müssen." Ruttenstorfer kann sich für eine Totalliberaliserung zwar Übergangsfristen bis 2003 vorstellen, er sagt aber: "Sobald eine Entscheidung da ist, wird der Markt das vorziehen, die Preise werden viel früher sinken."

Auch Verbund-Chef Hans Haider spricht sich in FORMAT für eine Freigabe des Strommarktes aus: "Fünf Millionen Strombezieher hierzulande werden es sich auf Dauer nicht gefallen lassen, daß 300 Großkunden ein Privileg haben und alle anderen nicht."

Die Landes-Energieversorger können sich mit den Plänen der Politik weniger anfreunden. "Wenn passiert, was Ruttenstorfer und Farnleitner wollen, dann werden sie zu den Patronen der ausländischen Strom-Elefanten", schäumt EVN-Boß Rudolf Gruber: "Wenn bei uns die Stromtarife und damit die Erträge rascher als in anderen EU-Staaten fallen, bereitet das den Boden für den Ausverkauf der heimischen Energiewirtschaft." Karl Skyba, General der Wiener Stadtwerke, schimpft in FORMAT: "Mit der Einführung des Marktes wird das österreichische Umweltbewußtsein mit einem Federstrich zunichte gemacht. Das ist ein unglaublicher Paradigmenwechsel innerhalb eines Jahres."

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