Hostasch: "Gesundheit schafft Arbeit!"-

Gesundheits- und Sozialbereich bietet Beschäftigungschancen für die Zukunft

Wien, 15. August 1999 (BMAGS).- Auf die Bedeutung des
Gesundheits- und Sozialsektors als Motor für mehr Beschäftigung wies heute Gesundheitsministerin Lore Hostasch hin. "Das Gesundheits- und Sozialwesen ist mit seinen rund 140.000 Beschäftigten ein wichtiger und wachsender Arbeitsmarkt und ein bedeutender Wirtschaftszweig. In keiner anderen Branche konnten in den letzten Jahren so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden wie im Gesundheitssektor. Die Zahl der beschäftigten Krankenpflegekräfte ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 50 Prozent, die der Ärzte um mehr als 40 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Juni des Vorjahres konnten heuer knapp 5.000 zusätzliche Beschäftigte im Gesundheitswesen gezählt werden. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Gesundheits- und Sozialwesen ist gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich stark, um ingesamt 13 % gesunken", erläuterte Gesundheitsministerin Lore Hostasch die Bedeutung des Gesundheitssektors. "Der Gesundheits- und Sozialbereich bietet ein enormes Beschäftigungspotential für die Zukunft. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal wird in den nächsten Jahren weiter steigen", so Hostasch.****

Auch im Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung wird auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich "Pflege und Gesundheit" besonderer Bezug genommen. Für die Umsetzung dieses Planes werden die Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik für 1999 um 1,5 Milliarden Schilling aufgestockt. Mehr als die Hälfte dieser Mittel sind für die Beschäftigungsförderung im Sozial- und Gesundheitsbereich vorgesehen.

Zusätzlich konnte erreicht werden, dass heuer rund 300
Millionen Schilling für die Schaffung zukunftsorientierter Dauerarbeitsplätze im Bereich kommunaler und sozialer Dienstleistungen - das sind vor allem Arbeitsplätze im Sektor Gesundheit, Betreuung und Pflege - verwendet werden. Im Rahmen der Initiative "New Start" werden Arbeitslose gezielt in dieses Beschäftigungsfeld eingeführt. Die ersten Erfahrungen mit diesem Projekt sind äußerst positiv.

Beschäftigungsimpulse im Pflegebereich

Durch die Neuordnung der Pflegestufen und der damit
verbundenen Erhöhung des Pflegegeldes für viele betreuungsbedürftige Menschen wurde eine wichtige Rahmenbedingung für verbesserte Beschäftigungsmöglichkeiten im Pflegebereich gesetzt.

Mit der Erreichung der Kollektivvertragsfähigkeit der großen Träger sozialer Dienstleistungen konnte ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungssituation im Pflegebereich geleistet werden. Der in den nächsten Jahren weiterhin notwendige Ausbau der Pflegeinfrastruktur schafft vor allem gute Beschäftigungschancen für Frauen.

Neue Arbeitsplätze für Ärzte

Positiv entwickelt sich auch die Arbeitsmarktlage im
Ärztebereich. Die Ärztearbeitslosigkeit erreichte im ersten Halbjahr 1999 den tiefsten Stand seit mehr als 5 Jahren und ist gegenüber dem Vorjahr um fast 15 % gesunken. Auch die Wartezeit auf einen Turnusplatz hat sich in den letzten Jahren verringert.

Die Zahl der Spitalsärzte hat sich allein im ersten Jahr der Gesundheitsreform und des Inkrafttretens des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes um rund 100 erhöht, obwohl das neue Gesetz erst stufenweise greift. Die Zahl der Kassenvertragsärzte hat sich in diesem Zeitraum sogar um 200 erhöht. Allein die steirischen Landesspitäler werden bis nächstes Jahr 180 zusätzliche Ärztestellen geschaffen haben. Im Burgenland werden die Ärztedienstposten in den nächsten fünf Jahren schrittweise um 10 % aufgestockt.

Durch die große Novelle zum ArbeitnehmerInnenschutzgesetz mit
der die arbeitsmedizinische Betreuung der Beschäftigten in Kleinbetrieben verankert wurde, konnte eine große Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Ärzte erreicht werden. Hier werden auch in den nächsten Jahren viele neue Arbeitsplätze entstehen.

Synergie von Beschäftigungspolitik und Gesundheitspolitik

"Durch die Verknüpfung bedarfsorientierter Gesundheitspolitik
mit innovativer Beschäftigungspolitik wird die Qualität unseres Gesundheitswesens weiter verbessert und gleichzeitig die Beschäftigungschance im Dienstleistungssektor erhöht. Die notwendige Verknüpfung von Gesundheits- und Beschäftigungspolitik bestätigt die Richtigkeit der Zusammenführung des Arbeitsministeriums und des Gesundheitsressorts in eine Kompetenz. Hier werden Synergien in strategisch wichtigen Politikbereichen gewonnen", erläutert die Gesundheitsministerin.

Gesundheitsbudgets sind produktive Budgets

"Die gesamten öffentlichen Gesundheitsausgaben betragen rund
140 Milliarden Schilling pro Jahr. Diese Ausgaben dürfen jedoch nicht als "Defizit eines überbordenden Sozialstaates" bezeichnet werden, denn Sozial- und Gesundheitsbudgets sind produktive
Budgets! Sie sichern nicht nur die Gesundheit unserer Bevölkerung sondern sorgen für Beschäftigung, Einkommen, Wohlstand und Kaufkraft", unterstrich Hostasch die Bedeutung des Gesundheitssektors.
"Der Gesundheitsbereich ist auch ein bedeutendes Anwendungs-
und Entwicklungslabor für neue Technologien. Das ins Gesundheitswesen investierte Kapital kommt nicht nur den einzelnen Menschen - ob als Patienten oder Beschäftigte - zugute, sondern erzeugt auch ein wichtiges Umfeld für innovationsorientierte Betriebe. So sind österreichische Firmen im weltweiten Spitzenfeld in Entwicklungsbereichen wie computerunterstützte Diagnostik, High-tech Implantate oder Telematikanwendungen im Gesundheitssektor. Damit gehen vom Gesundheitswesen wichtige Impulse für den Arbeitsmarkt und die gesamte Volkswirtschaft aus", so Hostasch abschließend.

(schluss)

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