Apothekerkammer: Zuwenig rechtliche Handhabe gegen Geschäftemacherei mit Medikamenten im Versandhandel

Wien (OTS)- In Österreich werden Übertretungen nach dem Lebensmittelgesetz viel strenger bestraft als Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz. Deshalb schlägt die Österreichische Apothekerkammer Alarm. Dazu der Kammerjurist Mag. jur. Rainer Prinz:
"Eine Heurigenwirtin, die in ihren Liptauer Margarine statt Butter tut, steht nach dem Strafrecht vorm Bezirksrichter. Geschäftemacher, die Arzneimittel oder sogenannte Verzehrprodukte verbotener Weise über den Versandhandel anbieten, bleiben meist ungeschoren." Der Kammerjurist weiter: "Die zuständige Behörde hat uns in einem Fall auch schon sehr offen mitgeteilt, daß es auf Grund der geltenden Gesetze sehr schwierig ist, rechtliche Schritte gegen die Vertriebsfirmen, bzw. deren Inhaber zu setzen."

Die Apothekerkammer geht im Sinne des Konsumentenschutzes - oft auch gemeinsam mit der Arbeiterkammer - gegen den Verkauf von Medikamenten im Versandhandel vor. Angeboten werden die Medikamente in Zeitungsinseraten und im Internet. Doch nach einer WHO-Resolution stellt der unkontrollierte Verkauf von Arzneien eine Gefahr für die Volksgesundheit und ein Risiko für die Patienten dar. Deshalb ist in Österreich der Verkauf von Medikamenten den öffentlichen Apotheken und ärztlichen Hausapotheken vorbehalten. Aus gutem Grund, wie Prinz betont: "Als Kontaktadresse gibt es bei der Bestellung von Medikamenten im Versandhandel meist nur Postfächer oder Internetadressen. So ist im Falle von Schäden, die durch die uunkontrollierte Anwendung passieren, kaum jemand erreichbar, der haftbar gemacht werden kann. Auch ist nicht sichergestellt, ob das angebotene Medikament tatsächlich geliefert wird, oder ob es sich um eine Fälschung handelt."

Aber die Geschäftemacherei geht, nach Aussagen des Kammerjuristen, viel weiter. Es werden nicht nur zugelassene Medikamente im Versandhandel angeboten, sondern oft auch Präparate, die zwar von der Zusammensetzung und Wirkung her Medikamente sind, aber keine behördliche Zulassung haben. Das heißt, für diese Präparate liegen keine Untersuchungen über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vor.

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