AK Wien Test Kundenkarten: "Gläserner" Kunde – gutes Marketinginstrument für Handel

Wien (OTS) – Konsumenten mit einer Kundenkarte sind "gläsern", die Vorteile halten sich in Grenzen – der Handel hingegen kann mit den Daten detaillierte Konsumprofile entwerfen. Das zeigt ein aktueller AK Test von 51 Wiener Kundenkarten: Die Verbraucher müssen für eine Kundenkarte ihre Identität preisgeben, manchmal das Einkommen oder den Ausweis – einmal sogar den Staatsbürger-und Beschäftigungsnachweis. Die meisten Firmen bieten einen jährlichen Rabatt zwischen 2 und 10 Prozent auf alle oder auf eine gewisse Anzahl von Einkäufen. Bei einer Jahresgebühr für die Kundenkarte, sollte man prüfen, ob der Rabatt die Kosten wieder reinspielt. Kredite sind sehr teuer, wenn man den angebotenen Kreditrahmen der Kundenkarte nutzt. Die AK Konsumentenschützer raten: Kundenkarten zahlen sich aus, wenn Sie bereits in einem Geschäft Stammkunde sind. Gehen Sie mit Kundenkarten mit einer Zahlungsfunktion sorgfältig um, mögliche Haftungsfolgen werden gern auf die Kunden abgewälzt. Gesamtausgaben immer kontrollieren – durch die Verwendung von mehreren Karten verlieren Sie leicht den Überblick. ****

Die AK Konsumentenschützer haben die Angebote der Kundenkarten von insgesamt 51 Unternehmen in Wien und Umgebung erhoben. Karten von Supermärkten, Drogerien, Sportgeschäften, Optikern, Textil- und Schuhgeschäften, Friseuren, Banken und Automobilclubs wurden dabei ausgewertet.

Kunden outen sich
Wer eine Kundenkarte will, muß Name und Adresse angeben, manche Unternehmen verlangen auch das Geburtsdatum. Bei 9 Unternehmen mußten die Konsumenten den Lichtbildausweis zeigen, 3 wollten
gerne die Einkommenshöhe wissen. Die Scheck- bzw Bankomatkarte mußte ebenfalls bei 9 Firmen vorgelegt werden, zeigt die AK Untersuchung. Für eine Karte mußte der Kartenanwärter sogar den Staatsbürgerschafts- und Beschäftigungsnachweis erbringen.

Prozente und Einladungen
Bei 42 Kundenkarten wurden Rabatte zwischen 2 und 50 Prozent gewährt, wobei jedoch in den meisten Fällen ein jährlicher Rabatt auf alle Einkäufe bzw nach einer bestimmten Anzahl von Einkäufen in der Höhe zwischen 2 und 10 Prozent abgezogen wird. Darüber hinaus haben Karteninhaber besondere Vergünstigungen bei Sonderaktionen oder Sonderposten, bekommen Einladungen zu Veranstaltungen oder erhalten Gratisproben.

Zahlung cash
Bei fast allen erhobenen Kundenkarten kann der Einkauf bar
erledigt werden, um in den Genuß der Rabatte zu gelangen. Nur bei mehr als einem Drittel der Kundenkarten kann mittels Kreditkarte bezahlt werden – auch dann kann der Konsument die Vorzüge der Karte beanspruchen. Bei einem Viertel ist die Bezahlung durch Lastschrifteinzug möglich, der in 7 Fällen nach jeder Rechnung und in 4 Fällen sogar nur monatlich erfolgt, bei 2 Kundenkarten kommt es auf die Höhe des Rechnungsbetrages an.

Kundenkarte kann kosten
Kundenkarten gibt es nicht immer gratis. Bei einigen Firmen werden Jahresgebühren in der Höhe von 100 bis 290 Schilling verlangt.

Vorteile für Handel
Die Kundenkarten dienen vor allem dem Unternehmen.
+ Mit Kundenkarten wollen Unternehmen ihre Kunden an das Geschäft binden, vor allem durch Zusatzleistungen wie Angebote, Rabatte
oder Einladungen.
+ Der Handel erhält Informationen vom Kunden – dadurch können die Firmen für Marketingsstrategien detaillierte Konsumprofile jedes einzelnen Karteninhabers erstellen. Der Konsument wird zum "gläsernen" Kunden.
+ Zahlen die Kunden mit ihren Kundenkarten, ersparen sich Unternehmen Zahlungen in der Höhe von rund drei Prozent an die Kreditkartenfirmen.

Tipps der AK Konsumentenschützer
+ Sind Sie bereits in einem Geschäft Stammkunde, dann zahlt sich eine Kundenkarte aus.
+ Kundenkarten mit Zahlungsfunktion sollten Sie sorgfältig aufbewahren, mögliche Haftungsfolgen werden von den Unternehmen gern auf die Konsumenten abgewälzt.
+ Achten Sie darauf, dass teure Zinsen (14 Prozent) verrechnet werden, wenn Sie den Kreditrahmen der Kundenkarte nutzen. Die Kredite sind teurer als normale Bankkredite und als Überziehungszinsen beim Girokonto.
+ Lassen Sie sich nie zu Spontaneinkäufen verleiten – Kundenkarteninhaber vergleichen meist die Preise nicht aufgrund
der angebotenen Rabatte.
+ Kontrollieren Sie immer Ihre Gesamtausgaben. Denn durch die Verwendung von mehreren Kundenkarten können Sie leicht die Übersicht verlieren.

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