3.000 Beschäftigte gegen Zerschlagung der OMV

Gewerkschaften unterstützen Aktionen

Wien (Metallergewerkschaft - Chemiegewerkschaft - GPA/ÖGB) In einer Versammlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller österreichischen Standorte der OMV AG bekräftigten Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaften ihre Absage an eine Ausgliederung des Gasbereichs. Diese würde die insgesamt rund 3.400 Arbeitsplätze in der OMV gefährden.****

"Der Gasbereich ist ein hochprofitabler Teil des OMV-Konzerns. Auch unter geänderten Wettbewerbsbedingungen wird der Gasbereich ein stabiler, wichtiger Ertragsbringer bleiben”, heißt es in einer Resolution des Betriebsrates. "Wer ihn ausgliedern will, gefährdet den Bestand des Unternehmens und somit unsere Arbeitsplätze.” Belegschaft und Betriebsrat fordern daher,
dass das Gasgeschäft nicht ausgegliedert wird,
dass die OMV AG eine voll integrierte Erdöl- und Erdgasgesellschaft bleiben muss und
dass bei allen Überlegungen der Erhalt des gesamten Unternehmens im Vordergrund stehen muss.

Der Vorstand trage die volle Verantwortung für die derzeitige Konfliktsituation, heißt es in der Resolution weiter. Belegschaft, Betriebsräte und Gewerkschaften würden mit aller Kraft für den Fortbestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze eintreten. Es sei ein legitimes Anliegen, dafür zu kämpfen.

Ing. Leopold Abraham, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der OMV AG, sprach sich erneut gegen den Ausverkauf von österreichischem Volksvermögen aus. "Wir wollen nicht, dass in Essen oder Köln über Gas- und Benzinpreise in Österreich bestimmt wird.” Zum aktuellen Konflikt sagte Abraham, die Belegschaft stünde nicht alleine da, "wir führen den Kampf zusammen mit den Gewerkschaften - und die Gewerkschaft sind wir alle hier im Saal.”

Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Metallergewerkschaft richtete von der Versammlung aus einen Appell an den Vorstand, der kommenden Mittwoch wieder tagen wird: "Der Vorstand wäre gut beraten, die Hand, die ihm der Betriebsrat und die Gewerkschaften entgegengestreckt haben, nicht zurückzuweisen. Wir müssen gemeinsam an einer OMV mit neuer Struktur schmieden, die am internationalen Markt bestehen kann.”

Hans Sallmutter, Vorsitzender der GPA, bezeichnete den Gasbereich als "Lebensnerv der OMV. Wer diesen Bereich verkaufen will, verzichtet vorsätzlich auf Erträge.” Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen müssten außerdem befürchten, mit der Ausgliederung auch ihre Zugehörigkeit zum derzeit für sie geltenden Kollektivvertrag zu verlieren.

Wilhelm Beck, geschäftsführender Vorsitzender der Chemiearbeiter-Gewerkschaft, nahm in seiner Wortmeldung auf den während der Versammlung gezeigten Imagefilm der OMV "Heute das Morgen gestalten” bezug: "Heute ist so ein Tag, wo wir zeigen, dass wir das Morgen gestalten können. Wir wollen und werden nicht zusehen, wie noch mehr Arbeitsplätze vernichtet werden.” (Bac-)

ÖGB, 9. August 1999 Nr. 393

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