Probleme von FerienjobberInnen nehmen zu

GPA-SchülerInnen und StudentInnen ziehen Zwischenbilanz

Wien (GPA/ÖGB). Als besorgniserregend bezeichnet Verena Spitz, Referentin für SchülerInnen und StudentInnen der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Sommer. ”Immer mehr FerienjobberInnen werden über"s Ohr gehauen. Im Moment kontaktieren uns mehr SchülerInnen oder StudentInnen denn je, weil sie Probleme in ihrem Job haben.” ++++

Die Auszahlung der aliquoten Anteile von Urlaubsabfindung und 13./14. Gehalt, die SommerjobberInnen genauso wie allen ArbeitnehmerInnen zustehen, erfolgt oft erst nach Intervention der Gewerkschaft. ”Oft werden auch Teile des Entgelts einfach nicht ausbezahlt”, so Spitz.

Ein weiteres Problemfeld sei das Ausweichen in ungeschützte Beschäftigungsverhältnisse. Es scheint üblich geworden zu sein, Sommerjobs als Werkverträge zu deklarieren und damit Angestelltenverhältnisse zu umgehen. ”Für die betroffenen ArbeitnehmerInnen ist das oft eine Katastrophe. Die Folge:
Sozialleistungen wie Mindestlohn, Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, fallen bei Werkverträgen weg. Hier entwickelt sich ein unglaubliches Lohn- und Sozialdumping”, meint Spitz.

Am schlimmsten seien die Verhältnisse allerdings im Gastgewerbe. Hier werden junge ArbeitnehmerInnen oft gezwungen, die Höchstarbeitszeit zu überschreiten. ”Viele Arbeitgeber pfeifen auf das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz, das spezielle Schutzbestimmungen enthält”, klagt Spitz.

Manche Arbeitgeber nutzten die leider oft vorhandene Unkenntnis im Arbeits- und Sozialrecht beinhart aus. ”Nur mit Hilfe der Gewerkschaft kommen die Leute zu ihrem Recht. Allerdings wissen wir, dass die Dunkelziffer groß ist. Wir versuchen deshalb, die SchülerInnen und StudentInnen verstärkt über ihre Rechte aufzuklären und deutlich zu machen, dass wir unseren Mitgliedern bei Problemen im Arbeitsverhältnis absolute Unterstützung bieten. Denn im Notfall ziehen wir vor Gericht”, schließt Spitz kämpferisch.

Die ”GPA-SchülerInnen und StudentInnen” sind die größte gewerkschaftliche freiwillige und parteipolitisch unabhängige Interessensvertretung. Hauptaufgaben sind die Interessensvertretung in bildungspolitischen Fragen, Rechtsbeistand beim Jobben, Unterstützung und Service für Schüler- und StudentenvertreterInnen und JugendzeitungsmacherInnen.

ÖGB, 6. August 1999 Nr. 391

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